Wird das Priesteramt in der römisch katholischen Kirche paradoxerweise an sich beschädigt, indem auf eine bestimmte Gestalt desselben bestanden wird?
In der Tat bin ich der Überzeugung, dass der Priestermangel und die daraus resultierenden Strukturmaßnahmen auf Dauer das Priesteramt in der römisch katholischen Kirche insgesamt beschädigen. In vielen Regionen unserer Welt werden die eigenartigsten Gottesdienstformen zelebriert - ja manche Gemeinden verlieren schon das Bewußtsein für die Hl. Messe, weil - notwendigerweise - alle möglichen Menschen Gottesdienste feiern. Bitte - nicht in die falsche Kehle bekommen: Natürlich üben diese meist ehrenamtlichen Wortgottesdienstleiter ein ganz wichtiges Amt in der Kirche aus, aber es bleibt für mich die wirklich ganz einfache Frage, warum diesen Menschen nicht das Priesteramt offen steht, zumal sie ja praktisch diese Funktion ja ausüben.
Die Trennung von Priester/Pfarreramt und Leitungsamt, die, wohl nicht intendiert. aber trotzdem stattfindet beschädigt in der Rezeption der Gläubigen nachhaltig die Sakramente. Diese verkommen nämlich zu einer Art magischen Ritus, der von den "aufgeklärten" westlichen Menschen entweder ins esoterische Eck oder in die Bedeutungslosigkeit abgeschoben wird; und andere Kulturen mögen sich an den Sakramenten erfreuen, nur möchte ich bezweifeln, dass Lehramt und Rezipienten dabei im Einklang sind.
Ich jedenfalls finde es wirklich unverantwortlich, dass die Kirche alle möglichen Paraliturgien letztendlich stillschweigend duldet nur um eine bestimmte historische Gestalt des Priesteramtes nicht aufgeben zu müssen (männlich - zölibatär).
Donnerstag, 13. August 2009
Dienstag, 11. August 2009
Tough Question One
Keine Sorge - ich schreibe auf deutsch weiter:
Opfert die Kirche zugunsten einer kirchenamtlichen Disziplin ihre Sakramente?
Ich habe im vergangenen Arbeitsjahr erfahren dürfen, was alles so in unserer Kirche möglich ist: Gemeinden, die vielleicht zweimal im Jahr (wenn überhaupt) einen Priester sehen; die Menschen feierten mit den designierten Wortgottesdienstleiter/innen (sofern sich welche finden) Sonntagsgottesdienste mit Kommunionausteilung (konsekrierte Hostien im Tabernakel im Nylonsackerl) - gut diese Unsäglichkeit dürfte nun soweit bereinigt sein, weil ein indischer Gastpriester nun dort lebt (und den Leuten gesagt haben soll, keine Lieder und Gebete mehr in der Messe in ihrer Muttersprache zu singen und zu beten, weil er sie nicht verstehe - zur Information: es handelt sich um Cree im Norden Albertas); ich bin tw. bis zu knapp 300km in eine Richtung zu Begräbnissen gefahren; am vergangenen Weihnachtstag hat die Gemeinde einen Priester, der zum Weihnachtsgottesdienst aus Toronto eingeflogen wurde, gebeten, doch die Kinder zu taufen, weil ja so lange kein Priester da war: 56 Taufen am Stück ...
Und bei uns daheim: 3 lebendige Gemeinden mit voller Liturgiefähigkeit müssen zu Ostern sich einen Priester teilen, obwohl jede dieser Gemeinden fähig und willens wäre, eine Liturgie hinzulegen, die in ihrer Würde und Dignität an jene von Kathedralkirchen heranreicht wenn nicht gar gleich kommt. Nur ich kann beim besten Willen nicht 3mal am Tag Osternacht feiern ...
Ich habe mir übrigens schon eine Standardantwort zurechtgelegt, wenn sich Leute beschweren sollten, weil dies und das nicht geht (rein aus logischen Gründen - kann mich nicht bi- oder trilozieren, und der Tag hat nun mal 24 Stunden - und in der Nacht muss man auch ein paar Stunden schlafen): Beschwert euch beim Bischof oder im Vatikan - und am besten jeder einzeln mit eingeschriebenem Brief Porto beim Empfänger, damit es die High Orgs in der Kirche zumindest an den Portokassa spüren (der Schwund der Kirchenbeiträge scheint ja noch zu wenig zu sein).
Morgen geht es mit der nächsten Frage weiter ... (ich habe sie schon im Kopf)
Opfert die Kirche zugunsten einer kirchenamtlichen Disziplin ihre Sakramente?
Ich habe im vergangenen Arbeitsjahr erfahren dürfen, was alles so in unserer Kirche möglich ist: Gemeinden, die vielleicht zweimal im Jahr (wenn überhaupt) einen Priester sehen; die Menschen feierten mit den designierten Wortgottesdienstleiter/innen (sofern sich welche finden) Sonntagsgottesdienste mit Kommunionausteilung (konsekrierte Hostien im Tabernakel im Nylonsackerl) - gut diese Unsäglichkeit dürfte nun soweit bereinigt sein, weil ein indischer Gastpriester nun dort lebt (und den Leuten gesagt haben soll, keine Lieder und Gebete mehr in der Messe in ihrer Muttersprache zu singen und zu beten, weil er sie nicht verstehe - zur Information: es handelt sich um Cree im Norden Albertas); ich bin tw. bis zu knapp 300km in eine Richtung zu Begräbnissen gefahren; am vergangenen Weihnachtstag hat die Gemeinde einen Priester, der zum Weihnachtsgottesdienst aus Toronto eingeflogen wurde, gebeten, doch die Kinder zu taufen, weil ja so lange kein Priester da war: 56 Taufen am Stück ...
Und bei uns daheim: 3 lebendige Gemeinden mit voller Liturgiefähigkeit müssen zu Ostern sich einen Priester teilen, obwohl jede dieser Gemeinden fähig und willens wäre, eine Liturgie hinzulegen, die in ihrer Würde und Dignität an jene von Kathedralkirchen heranreicht wenn nicht gar gleich kommt. Nur ich kann beim besten Willen nicht 3mal am Tag Osternacht feiern ...
Ich habe mir übrigens schon eine Standardantwort zurechtgelegt, wenn sich Leute beschweren sollten, weil dies und das nicht geht (rein aus logischen Gründen - kann mich nicht bi- oder trilozieren, und der Tag hat nun mal 24 Stunden - und in der Nacht muss man auch ein paar Stunden schlafen): Beschwert euch beim Bischof oder im Vatikan - und am besten jeder einzeln mit eingeschriebenem Brief Porto beim Empfänger, damit es die High Orgs in der Kirche zumindest an den Portokassa spüren (der Schwund der Kirchenbeiträge scheint ja noch zu wenig zu sein).
Morgen geht es mit der nächsten Frage weiter ... (ich habe sie schon im Kopf)
Montag, 10. August 2009
Wieder ein "Genetivjahr"
Wissen Sie, was ein "Genetivjahr" ist? Es gibt auch Genetivtage - zu Hauf; von "Genetivmonaten" sind meines Wissens noch nicht aufgetaucht. Aber "Genetivjahre". Nun was sind Genetivjahre?
Das sind Jahre, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie von irgendwelchen Institutionen zum "Jahre des/der XY" proklamiert werden.
In meiner Wahrnehmung ist das heuer zweimal der Fall.
Die Röm. Katholische Kirche - namentlich der Papst (oder die Kurie) rief das "Jahr der Priester" aus, und die Universitäten und Wissengesellschaft feiert das "Jahr der Astronomie". Und in beiden Fällen gibt es Kongresse, Tagungen, Schwerpunkte, Programme, jede Menge gute Worte - aber letztliche bringen? Ich glaub nix.
So sehr ich die Astronomie und Astrophysik als Steckenpferd habe möchte ich aber in diesem Beitrag so meine Gedanken zum "Jahr der Priester" anbringen.
Ich nehme diese "Jahr der Priester" einmal als ein "Jahr der frommen Betulickeiten kirchenamtlich-klerikaler High-Orgs" wahr. Predigten, Presseaussendungen, schöne Worte - und ja, der immer wiederholte Bezug auf den Heiligen Pfarrer von Ars lassen in mir eher den Verdacht hochkommen, hier ein Priesterbild zu propagieren, dessen Ziel es sein dürfte, ein paar regelkonforme in aller Demut alle strukturellen Unsäglichkeiten erduldende Kleriker zu produzieren. Der Pfarrer von Ars war sicher ein heiligmäßiger Mann, aber in aller Ehren - ich möchte sicherlich nicht zu so einer Gestalt werden. Da bleibe ich schon lieber der bunte Vogel, der ich bin und werde dafür sicher nicht heiliggesprochen. Und ich glaube auch, dass der Pfarrer von Ars sicherlich heute nicht den Anforderungen gegenwärtiger Seelsorge gewachsen wäre. Aber ich gebe zu, dass im letzten Gedankengang etwas viel Konjunktiv war (wie immer, wenn man historische Persönlichkeiten über Gebühr für heutige Zwecke gebraucht).
Ich hätte schon einen Vorschlag für ein "Jahr der Priester":
Wie wäre es, einen Prozess der Strukturwandlung in Gang zu setzen - die Priester einmal wirklich - OHNE Scheuklappen und Tabus ernsthaft zu befragen, was sie vielleicht ändern würden. Und nicht nur die Priester sondern auch die Kirchengemeinden. Wenn die Rede vom Geist Gottes in der Kirche ernstgemeint und nicht nur leeres Sonntagsgerede ist, dann wirkt der Heilige Geist in seiner gesamten Kirche und nicht nur dort, wo es die kirchlichen Hierarchen einmal absichtsvoll hineininterpretieren (NGG - Neue Geistliche Gemeinschaften heißt das so schön).
Ich hätte jedenfalls ein paar toughe Fragen ... aber die stelle ich in den nächsten Tagen .....
Das sind Jahre, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie von irgendwelchen Institutionen zum "Jahre des/der XY" proklamiert werden.
In meiner Wahrnehmung ist das heuer zweimal der Fall.
Die Röm. Katholische Kirche - namentlich der Papst (oder die Kurie) rief das "Jahr der Priester" aus, und die Universitäten und Wissengesellschaft feiert das "Jahr der Astronomie". Und in beiden Fällen gibt es Kongresse, Tagungen, Schwerpunkte, Programme, jede Menge gute Worte - aber letztliche bringen? Ich glaub nix.
So sehr ich die Astronomie und Astrophysik als Steckenpferd habe möchte ich aber in diesem Beitrag so meine Gedanken zum "Jahr der Priester" anbringen.
Ich nehme diese "Jahr der Priester" einmal als ein "Jahr der frommen Betulickeiten kirchenamtlich-klerikaler High-Orgs" wahr. Predigten, Presseaussendungen, schöne Worte - und ja, der immer wiederholte Bezug auf den Heiligen Pfarrer von Ars lassen in mir eher den Verdacht hochkommen, hier ein Priesterbild zu propagieren, dessen Ziel es sein dürfte, ein paar regelkonforme in aller Demut alle strukturellen Unsäglichkeiten erduldende Kleriker zu produzieren. Der Pfarrer von Ars war sicher ein heiligmäßiger Mann, aber in aller Ehren - ich möchte sicherlich nicht zu so einer Gestalt werden. Da bleibe ich schon lieber der bunte Vogel, der ich bin und werde dafür sicher nicht heiliggesprochen. Und ich glaube auch, dass der Pfarrer von Ars sicherlich heute nicht den Anforderungen gegenwärtiger Seelsorge gewachsen wäre. Aber ich gebe zu, dass im letzten Gedankengang etwas viel Konjunktiv war (wie immer, wenn man historische Persönlichkeiten über Gebühr für heutige Zwecke gebraucht).
Ich hätte schon einen Vorschlag für ein "Jahr der Priester":
Wie wäre es, einen Prozess der Strukturwandlung in Gang zu setzen - die Priester einmal wirklich - OHNE Scheuklappen und Tabus ernsthaft zu befragen, was sie vielleicht ändern würden. Und nicht nur die Priester sondern auch die Kirchengemeinden. Wenn die Rede vom Geist Gottes in der Kirche ernstgemeint und nicht nur leeres Sonntagsgerede ist, dann wirkt der Heilige Geist in seiner gesamten Kirche und nicht nur dort, wo es die kirchlichen Hierarchen einmal absichtsvoll hineininterpretieren (NGG - Neue Geistliche Gemeinschaften heißt das so schön).
Ich hätte jedenfalls ein paar toughe Fragen ... aber die stelle ich in den nächsten Tagen .....
Samstag, 20. Juni 2009
Einen Spruch habe ich gerade in den Nachrichten (Kanada) gehört ...
... und der hat mir einfach gefallen:
Seit dem ich einen Job gefunden habe, den ich gerne mache, gehe ich nicht mehr zur Arbeit ...
Seit dem ich einen Job gefunden habe, den ich gerne mache, gehe ich nicht mehr zur Arbeit ...
Labels:
Gesellschaft,
Privates
Montag, 15. Juni 2009
Sind wir Europäer Erbsenzähler und Raunzer? ...
oder umgekehrt: Raunzer und Erbsenzähler? Oder nehme ich wieder einmal "pars pro toto" - sprich: Sage ich Europäer und meine eigentlich meine Landsleute? - Eigentlich egal ... Nur wie komme ich auf diesen etwas unbeholfen eigenartigen Beginn?
Ich habe wieder mal Zeitung gelesen, Nachrichten geschaut, ein wenig nachgedacht ... Ich fange mal mit einem Interview des ehemaligen Wiener Stadtschulrates Scholz an. Besonders jener Abschnitt, in dem er davon spricht, dass Dinge viel zu sehr problematisiert werden - sprich, alles ist auf die Beseitigung negativer Erscheinungen fixiert - für eine positive Weiterentwicklung besteht kein Raum.
In eine ähnliche Kerbe schlägt dann auch ein anderer Beitrag: Hier wird dem negativem Grundton europäischer Wahlbewegungen der positive Barack Obamas "Yes we can" gegenübergestellt.
Ja und da haben wir da unsere Schottermitzi im Innenministerium, der zur Integrationspolitik nicht mehr einfällt, als ihre Hausjuristen einen Gesetzesentwurf ausarbeiten zu lassen, der eigentlich nicht sehr elegant jedes nur erdenklich Schlupfloch zwischen verschiedenen Verfassungs- und Verwaltungsgesetzen ausnützt, um annähernd den Wünschen der blau-orangen schlagenden Burschenschaftern mit ihren bräunlich-angehauchten Rasse-und Reinheitsphantasien entgegenzukommen. Ehrlicherweise muss ich ihr aber zugestehen, dass sie sich scheinbar nicht wirklich wohl dabei fühlt - ihre schrille und gekünstelte Art bei Interviews vermittelt für mich rein körpersprachlich, dass sich die Frau nicht wirklich wohlfühlt in ihrer (von Parteigranden zugewiesenen???) Rolle.
Ich könnte mir vorstellen - habe ich hier auch schon mal in einem Beitrag empfohlen - dass jetzt positive Persönlichkeiten sich Gehör verschaffen sollten, die letztlich fähig sein sollen, vielen Menschen, die sich irgendwie marginalisiert betrachten, wieder neue Lebenschancen zu eröffnen - wie nennen sie das in der english-speaking world? Ja - INSPIRING! Das entsprechende deutsche Wort klingt ein wenig hölzern und möglicherweise übertrieben - inspirierend - aber - was entdecke ich da auf einmal?
Ich habe wieder mal Zeitung gelesen, Nachrichten geschaut, ein wenig nachgedacht ... Ich fange mal mit einem Interview des ehemaligen Wiener Stadtschulrates Scholz an. Besonders jener Abschnitt, in dem er davon spricht, dass Dinge viel zu sehr problematisiert werden - sprich, alles ist auf die Beseitigung negativer Erscheinungen fixiert - für eine positive Weiterentwicklung besteht kein Raum.
In eine ähnliche Kerbe schlägt dann auch ein anderer Beitrag: Hier wird dem negativem Grundton europäischer Wahlbewegungen der positive Barack Obamas "Yes we can" gegenübergestellt.
Ja und da haben wir da unsere Schottermitzi im Innenministerium, der zur Integrationspolitik nicht mehr einfällt, als ihre Hausjuristen einen Gesetzesentwurf ausarbeiten zu lassen, der eigentlich nicht sehr elegant jedes nur erdenklich Schlupfloch zwischen verschiedenen Verfassungs- und Verwaltungsgesetzen ausnützt, um annähernd den Wünschen der blau-orangen schlagenden Burschenschaftern mit ihren bräunlich-angehauchten Rasse-und Reinheitsphantasien entgegenzukommen. Ehrlicherweise muss ich ihr aber zugestehen, dass sie sich scheinbar nicht wirklich wohl dabei fühlt - ihre schrille und gekünstelte Art bei Interviews vermittelt für mich rein körpersprachlich, dass sich die Frau nicht wirklich wohlfühlt in ihrer (von Parteigranden zugewiesenen???) Rolle.
Ich könnte mir vorstellen - habe ich hier auch schon mal in einem Beitrag empfohlen - dass jetzt positive Persönlichkeiten sich Gehör verschaffen sollten, die letztlich fähig sein sollen, vielen Menschen, die sich irgendwie marginalisiert betrachten, wieder neue Lebenschancen zu eröffnen - wie nennen sie das in der english-speaking world? Ja - INSPIRING! Das entsprechende deutsche Wort klingt ein wenig hölzern und möglicherweise übertrieben - inspirierend - aber - was entdecke ich da auf einmal?
Spirit (engl.) - Spiritus (lat.) - Geist - Holy Spirit - Spiritus Sanctus - Hl. Geist
Wie heißt es so schön sinngemäß in der Bibel? An ihren Früchten werdet ihr die vom Hl. Geist ergriffenen Menschen erkennen. Der Geist weht wo er will - in Europa herrscht gerade Windstille (und von dieser Windstille ist irgendwie und möglicherweise auch mal der kleinste Flächenstaat Europas betroffen *ggg*....) oder sei's d'rum - ein sehr sanftes Säuseln - kaum wahrzunehmen.
Es wäre jetzt höchst an der Zeit, im Geschrei und Gezettere der europäischen Gegenwart innezuhalten, um doch mal der Sitmme des alles durchdringenden Geistes Gottes nachzuspüren ....
An den Früchten sollte man dann wohl dessen Wirken erkennen.
God bless you
Es wäre jetzt höchst an der Zeit, im Geschrei und Gezettere der europäischen Gegenwart innezuhalten, um doch mal der Sitmme des alles durchdringenden Geistes Gottes nachzuspüren ....
An den Früchten sollte man dann wohl dessen Wirken erkennen.
God bless you
Samstag, 6. Juni 2009
Das "Ausländerproblem"
Eigentlich hatte ich hier etwas anderes vor, und hatte auch schon eine Phillipika gegen die FPÖ fast fertig, habe es dann aber doch wieder gelöscht - weil - "Aus beständiger Negation kann nichts positives erwachsen".
Ich möchte aber trotzdem ein Kapitel des derzeitigen Wahlkampfes bzw. auch einiger Verwaltungsmaßnahmen des Innenministeriums in Ausänderangelegenheiten (und die mir immer auf's neue schon etwas eigenartig anmutenden Stellungnahmen unserer Innenministerin) zum Anlass nehmen, etwas gundlegender auf einen Umstand aufmerksam zu machen.
Ausländerpolitik, Integration, Zuwanderung werden in der österreichischen Innenpolitik prinzipiell als "Problem" abgehandelt. Verschiedene politische Akteure schlagen mehr oder weniger offensichtlich politisches Kleingeld, indem sie die Frage der Ausländer grundsätzlich problematisieren und somit allfällige Ordnungs- und Nachbarschaftsangelegenheiten zu grundlegend politischen Fragen hochpeitschen. Was aber alle (bis auf die Grünen und einige hellsichtigere Köpfe in Wirtschaft und Wissenschaft) übersehen, ist, dass gerade das lautstarke Auftreten schreiender Ausländerfeinde gerade das antriggert, wogegen diese Leute eigentlich auftreten.
Man möge verzeihen, dass das jetzt etwas jovenistisch klingen mag: Aber gerade dieses Geschrei und der generelle Umgang mit Ausländern in Österreich hält gerade jene ab, in unser Land zu kommen, die z.B. die eigentlichen Leistungsträger in jenen Ländern sind, die im Bereich der Wissenschaft und Technologie uns gewaltig voran sind. Man vergleiche doch nur den Personalstand amerikanischer/kanadischer Unis mit jenen in Österreich. Jede Menge Inder, Chinesen - ja sogar Österreicher und Deutsche.
Und wenn ich dann auch mitbekomme, dass teilweise hoch qualifizierte ausländische Arbeitskräfte, die aus welchen Gründen auch immer bei uns im Land angekommen sind, herumgemobbt, angefeindet, marginalisiert werden, dann darf man sich nicht wundern, dass gerade jene Qualifizierten einen großen Bogen um unser Land machen. Das mag derzeit einige auf Wirtshaustischen bierdunstgeschwängerte HC-Schreier bei Parteitagen besagter FPÖ ziemlich egal sein, aber dass sich eine Innenministerin ÖVP auf nur graduell kultiviertere Art zur Erfüllungsgehilfin ersterer macht, verblüfft mich zumindest mal.
Angesagt ist jetzt wirklich eine aktive Ausländerpolitik. Unser Problem wird in ein paar Jahren (und damit meine ich unter 10 Jahre) ein absoluter Mangel gerade an qualifizierten Fachkräften sein. Und der Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte sind sich leider die meisten jungen Leute nicht mal in unserem Land heute bewusst. Naturwissenschaften einerseits aber auch Social Skills, gepaart dann noch mit einer fundierten Allgemeinbildung werden gefordert sein. Facharbeiter werden sich klar zu sein haben, dass eine Fremdsprache für das Vorankommen in einer sich immer schneller drehenden Welt ein unbedingtes Must sein wird.
Und da ist der Ungeist paranoiden Abschottens, wie er allenthalben sich durch bierdunstgeschwängerte Parteitage und Kundgebungen sich äußert, wirklich jener Ungeist, der letztlich unsere jetzt so prosperierende Republik auf das Abstellgleis bringen wird. - Apropos Abstellgleis: am Ende eine Abstellgleises steht immer ein Prellbock. Manchmal habe ich den Eindruck, dass viele Menschen in unserem Lande alles daran setzen, den Zug unseres Landes Österreich auf einen solchen mit voller Wucht auffahren lassen zu wollen.
Natürlich muss ich eines zugeben: Das Tempo der Wandels in der heutigen Zeit ist natürlich atemberaubend - und wenn man jenes letzte Eigenschaftswort wörtlich auffasst, dann kann einem da schon mal die Luft ausgehen. Um so wichtiger ist es, tatsächlich den Wandel zu steuern und das kann man nur, wenn man wirklich mit Vernunft den Zug steuert, danach trachtet, dass die die besten Leute an Bord kommen und an Bord bleiben. Und das werden sie, wenn der Zug auf ein attraktives Ziel zusteuert, wenn nette Leute im Zug drinnen sind, die alle mit von der Partie sind. Wir müssen nur aufpassen, dass jene finstere Gestalten nicht das Heft übernehmen, die mit aller Gewalt ihren Heidenspass daran haben, den Zug mit voller Kraft auf den Prellbock des nächstbesten Abstellgleises auffahren zu lassen.
Der Weg, so denke ich, führt über eine positive Sprache. Es sollten alle politischen Kräfte im Lande mal wirklich mit positiven Worten ein Monat lang ihre jeweiligen Politiken verfolgen (ich weiß schon, von welchen Leuten man dann bald nix hören wird ...), ohne Ausgrenzung, ohne auf andere hinzupecken, ohne andere schlecht zu machen. So wie bei einem Hürdenlauf - wer den anderen anrempelt, ist disqualifiziert. Möge der/die beste gewinnen.
Ich möchte aber trotzdem ein Kapitel des derzeitigen Wahlkampfes bzw. auch einiger Verwaltungsmaßnahmen des Innenministeriums in Ausänderangelegenheiten (und die mir immer auf's neue schon etwas eigenartig anmutenden Stellungnahmen unserer Innenministerin) zum Anlass nehmen, etwas gundlegender auf einen Umstand aufmerksam zu machen.
Ausländerpolitik, Integration, Zuwanderung werden in der österreichischen Innenpolitik prinzipiell als "Problem" abgehandelt. Verschiedene politische Akteure schlagen mehr oder weniger offensichtlich politisches Kleingeld, indem sie die Frage der Ausländer grundsätzlich problematisieren und somit allfällige Ordnungs- und Nachbarschaftsangelegenheiten zu grundlegend politischen Fragen hochpeitschen. Was aber alle (bis auf die Grünen und einige hellsichtigere Köpfe in Wirtschaft und Wissenschaft) übersehen, ist, dass gerade das lautstarke Auftreten schreiender Ausländerfeinde gerade das antriggert, wogegen diese Leute eigentlich auftreten.
Man möge verzeihen, dass das jetzt etwas jovenistisch klingen mag: Aber gerade dieses Geschrei und der generelle Umgang mit Ausländern in Österreich hält gerade jene ab, in unser Land zu kommen, die z.B. die eigentlichen Leistungsträger in jenen Ländern sind, die im Bereich der Wissenschaft und Technologie uns gewaltig voran sind. Man vergleiche doch nur den Personalstand amerikanischer/kanadischer Unis mit jenen in Österreich. Jede Menge Inder, Chinesen - ja sogar Österreicher und Deutsche.
Und wenn ich dann auch mitbekomme, dass teilweise hoch qualifizierte ausländische Arbeitskräfte, die aus welchen Gründen auch immer bei uns im Land angekommen sind, herumgemobbt, angefeindet, marginalisiert werden, dann darf man sich nicht wundern, dass gerade jene Qualifizierten einen großen Bogen um unser Land machen. Das mag derzeit einige auf Wirtshaustischen bierdunstgeschwängerte HC-Schreier bei Parteitagen besagter FPÖ ziemlich egal sein, aber dass sich eine Innenministerin ÖVP auf nur graduell kultiviertere Art zur Erfüllungsgehilfin ersterer macht, verblüfft mich zumindest mal.
Angesagt ist jetzt wirklich eine aktive Ausländerpolitik. Unser Problem wird in ein paar Jahren (und damit meine ich unter 10 Jahre) ein absoluter Mangel gerade an qualifizierten Fachkräften sein. Und der Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte sind sich leider die meisten jungen Leute nicht mal in unserem Land heute bewusst. Naturwissenschaften einerseits aber auch Social Skills, gepaart dann noch mit einer fundierten Allgemeinbildung werden gefordert sein. Facharbeiter werden sich klar zu sein haben, dass eine Fremdsprache für das Vorankommen in einer sich immer schneller drehenden Welt ein unbedingtes Must sein wird.
Und da ist der Ungeist paranoiden Abschottens, wie er allenthalben sich durch bierdunstgeschwängerte Parteitage und Kundgebungen sich äußert, wirklich jener Ungeist, der letztlich unsere jetzt so prosperierende Republik auf das Abstellgleis bringen wird. - Apropos Abstellgleis: am Ende eine Abstellgleises steht immer ein Prellbock. Manchmal habe ich den Eindruck, dass viele Menschen in unserem Lande alles daran setzen, den Zug unseres Landes Österreich auf einen solchen mit voller Wucht auffahren lassen zu wollen.
Natürlich muss ich eines zugeben: Das Tempo der Wandels in der heutigen Zeit ist natürlich atemberaubend - und wenn man jenes letzte Eigenschaftswort wörtlich auffasst, dann kann einem da schon mal die Luft ausgehen. Um so wichtiger ist es, tatsächlich den Wandel zu steuern und das kann man nur, wenn man wirklich mit Vernunft den Zug steuert, danach trachtet, dass die die besten Leute an Bord kommen und an Bord bleiben. Und das werden sie, wenn der Zug auf ein attraktives Ziel zusteuert, wenn nette Leute im Zug drinnen sind, die alle mit von der Partie sind. Wir müssen nur aufpassen, dass jene finstere Gestalten nicht das Heft übernehmen, die mit aller Gewalt ihren Heidenspass daran haben, den Zug mit voller Kraft auf den Prellbock des nächstbesten Abstellgleises auffahren zu lassen.
Der Weg, so denke ich, führt über eine positive Sprache. Es sollten alle politischen Kräfte im Lande mal wirklich mit positiven Worten ein Monat lang ihre jeweiligen Politiken verfolgen (ich weiß schon, von welchen Leuten man dann bald nix hören wird ...), ohne Ausgrenzung, ohne auf andere hinzupecken, ohne andere schlecht zu machen. So wie bei einem Hürdenlauf - wer den anderen anrempelt, ist disqualifiziert. Möge der/die beste gewinnen.
Dienstag, 2. Juni 2009
Wieder wurde eine Pisa-Detailstudie veröffentlicht ...
... diesmal ging es um geschlechtsspezifische Unterschiede in Mathematik. Die Studie soll anführen, dass die mathematischen Fähigkeiten im Alter von etwa 10 bei Buben und Mädchen im wesentlichen gleich sind (übrigens Buben aber schon in diesem Alter signifikant schlechtere Leser) aber nach Absolvieren der Pflichtschule Mädchen signifikant schlechter in Mathematik und Burschen im Lesen.
Und wer ist schuld: Ja natürlich - die Lehrer (die Schule; blablabla - das übliche verkürzte Geplärre).
Zuerst einmal: Die Studie ist sicher seriös - seriös gemäß ihrer Methode und ihren Fragestellungen. Davon gehe ich einmal aus - schlicht eine Frage des Vertrauens in die Wissenschaft - auch in die empirische Sozialforschung.
Worin ich aber mit einer gewissen Skepsis reagiere, sind die Grundannahmen, die, so mag ich mal unterstellen, nicht benannt wurden in dieser Studie, die aber ganz wichtig sind, um diverse aus ihr folgende Maßnahmen in ihrer Erfolgsträchtigkeit beurteilen zu können.
Ich gehe mal sicher konform, dass die unterschiedlichen Leistungen gar nichts mit einer allfälligen hirnphysiologischen bzw. biologischen geschlechtsspezifischen Determination zu tun hat. Aber die Verkürzung der Ursachen (zumindest ist das so medial vermittelt) auf einerseits strukturelle Bedingungen in allfälligen Schulsystemen, andererseits auf fachspezifische Didaktik ist mir etwas zu kurz geraten.
Ich denke, dass verschiedene Dinge einfach hier nicht entsprechend mitgedacht sind:
Vor ein paar Jahren haben wir mal schon begonnen, spielerisch Mädchen neue Erfahrungsräume aufzumachen (hat die Buben ein wenig neidisch gemacht damals *ggg*)
Und wer ist schuld: Ja natürlich - die Lehrer (die Schule; blablabla - das übliche verkürzte Geplärre).
Zuerst einmal: Die Studie ist sicher seriös - seriös gemäß ihrer Methode und ihren Fragestellungen. Davon gehe ich einmal aus - schlicht eine Frage des Vertrauens in die Wissenschaft - auch in die empirische Sozialforschung.
Worin ich aber mit einer gewissen Skepsis reagiere, sind die Grundannahmen, die, so mag ich mal unterstellen, nicht benannt wurden in dieser Studie, die aber ganz wichtig sind, um diverse aus ihr folgende Maßnahmen in ihrer Erfolgsträchtigkeit beurteilen zu können.
Ich gehe mal sicher konform, dass die unterschiedlichen Leistungen gar nichts mit einer allfälligen hirnphysiologischen bzw. biologischen geschlechtsspezifischen Determination zu tun hat. Aber die Verkürzung der Ursachen (zumindest ist das so medial vermittelt) auf einerseits strukturelle Bedingungen in allfälligen Schulsystemen, andererseits auf fachspezifische Didaktik ist mir etwas zu kurz geraten.
Ich denke, dass verschiedene Dinge einfach hier nicht entsprechend mitgedacht sind:
- Peergroups (z.B. lesende Buben haben es in manchen sozialen Kontexten schwer; analog könnte es auch bei Mädchen bzgl. Naturwissenschaften sein)
- lokale soziale Plausibilitäten (welche Berufe Mädchen und Burschen anstreben hängt nicht unerheblich von sozialen Kontexten ab)
- was wird in Medien kommuniziert - und da rede ich mal von den berühmten Spätnachmittagssendungen - z.B. die bei heranwachsenden Mädchen so beliebten "Witches": da dreht sich mal schon vieles um "Girlpower" - alles geht mit Schlauheit, Attraktivität, ein wenig Magie und vor allem immer leicht. - Und DAS verfestigt und erneuert in moderner Weise so manches altes Rollenbild.
Vor ein paar Jahren haben wir mal schon begonnen, spielerisch Mädchen neue Erfahrungsräume aufzumachen (hat die Buben ein wenig neidisch gemacht damals *ggg*)
Labels:
Gesellschaft,
Schule und Bildung
Abonnieren
Posts (Atom)