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Montag, 14. September 2015

Völkerwanderung 2015???

Ich weiß - keiner möchte das so wahrnehmen - aber ich traue mich ungeschützt mal zu behaupten, dass wir am Anfang einer neuen Völkerwanderung sind. Ich schaue mir nur mal die Weltgeschichte mit ihren manigfaltigen Menschenwanderungen an und erkenne schlicht ähnliche Muster.

Schon unserer Urvorfahren - und ich denke hier mal nur an unsere eigene Menschenrasse: Homo Sapiens - ist aus Afrika eingewandert (und hat die letzte andere Menschenrasse, den Homo Neanderthaliensis verdrängt - abgesehen von jenen 4% in den Genen außerafrikanischer Menschen, die nachgewiesenermaßen als Spur von diesem vorhanden sind).

Die nächste kulturell bedeutende Völkerwanderung, waren jener Anteil unserer Vorfahren, die aus dem Gebiet der heutigen Türkei nach Europa gekommen sind, und die jungsteinzeitliche Revolution trugen (Ackerbau und Sesshaftigkeit) - und haben dabei die sammelnden und jagenden Menschengruppen verdrängt.

Dann fallen mir jene Gruppen ein, die sich später als Kelten kulturell darstellen werden. Die verdrängten die vorher in weiten Teilen Mitteleuropas anwesenden Illyrer (ob sie nicht auch jene Völkergruppen in Bewegung setzten, aus denen später das antike Griechenland hervorging?).

Und dann ab dem 2. Jrh. v. Chr. jene Völkergruppen aus Nordeuropa, die wir nachträglich als Germanen zusammenfassten - über Jahrhunderte strömten sie auf teils abenteuerlichen Wegen durch ganz Mittel-Süd- und Westeuropa bis teilweise nach Afrika.

Und ich bin mir sicher, dass die oben angeführten Wanderungen nur ein ganz kleiner Teil ist, was wirklich an Menschenwanderungen auf unserem Planeten stattfand (nicht zu vergessen, die Abermillionen Europäer und Afrikaner, die nach Amerika auswanderten - letztere eher verschleppt ....)

Eines ist allen diesen Wanderungsbewegungen gemein: Sie sind Antwort auf ökonomischen und sozialen Druck, teilweise Krieg u. ä. - und noch eines: Sie konnten nicht verhindert werden: nicht einmal von einem so organisiert-modernen, militärisch am Gipfel der damaligen Zeit stehenden Reich wie das Römische. Mauern und Zäune waren immer sinnlos und werden immer sinnlos bleiben. Entweder ist deren Unterhalt letztlich für den diese Betreibenden ruinös teuer, oder andernfalls lächerliche Folklore. In beiden Fällen aber über längere Zeiträume hinweg sinnlos.

Die einzige Möglichkeit, die Situation einigermaßen anständig zu bewältigen, ist, effektiv an den Fluchtgründen zu arbeiten (und das ist schlicht teuer) und anstehende Menschengruppen offensiv zu integrieren. Dabei kann es nicht in erster Linie um Assimilation gehen (dazu sind diese Gruppen sowieso zu groß) sondern um ein prozesshaftes Zusammenwachsen der "Alten" und der "Neuen". Auch das lehrt die Geschichte: Die Vorfahren der Ungarn waren eine zentralasiatisches Reitervolk, dass einerseits der Mehrheitsbevölkerung letztlich ihre Sprache aufgeprägt, aber, so weit ich weiß, kaum genetische Spuren hinterlassen hat.

Auch in uns mischen sich allerhand einerseits genetische, kulturelle und sprachliche Einflüsse - angefangen von Flur- und Ortsnamen die nicht mal indogermanischen Ursprungs sind bis zu den Grundzügen unseres Denkens (griechisch-jüdisch - so nebenbei über das islamische Spanien zu uns gekommen), unseres Rechts (römisch-germanisch) usw. usf.

Geschichte ist immer Bewegung - wir am beginnenden 21. Jrh. haben vielleicht die Chance auf Grund unseres Wissens, diese ohne Blutvergießen und Gewalt nicht nur mehr erdulden sondern vielmehr gestalten zu können.

Dazu bedarf es aber Herz, Hirn und Gutes tuender Hände.

Donnerstag, 14. März 2013

Habemus Papam!!!

Wir haben einen neuen Papst.
Der erste Eindruck, den ich von ihm hatte: Der Mann ist wirklich ein Mann des Kirchenvolkes - schon alleine die schlichten Worte (ich kann nicht Italienisch - aber irgendwie konnte ich auch unabhängig von der TV Übersetzung erkennen, was er sprach) am Balkon, mit denen er die Menschen begrüßte und um ein Gebet für den emeritierten Papst und im Anschluss für sich selbst bat - haben mich beeindruckt - und das will was bei mir heißen - so leicht beeindruckt mich nicht so schnell etwas oder jemand (auch keine kirchlichen Purpurträger bzw. auch Weißträger).
Bin jedenfalls gespannt, was von ihm ausgehen wird ...

Dienstag, 12. März 2013

Schüller ist exkommuniziert ...

... schreibt ein billiges Blättlein, das in die Pfarrhöfe ungefragt reingeflutet ist. Wow - sogar ein Kirchenrechtler hat das gesagt (Jg. 1928 - einschlägige Kirchengeschichte; kann man in einem Konflikt jedem vorwerfen); es geht hiebei um eine Exkommunikation gemäß § 1364 als Tatstrafe (wegen Missachtung der Unterordnung unter dem Papst).

Möchte da nicht weiter darauf eingehen - wenn aber die entsprechende Rechtsfigur gilt, dann machen sich alle Instanzen der Römisch Katholischen Kirche inkl. der Kurie mitschuldig weil sie gerade nicht die umgehende Entlassung aus dem Klerikerstand verfügen - und das nicht nur Schüller, sondern allen Unterzeichnern des entsprechenden Manisfestes - möglicherweise zieht eine dergestalte Duldung ja auch eine Exkommunikation als Tatstrafe nach sich ... das weiterzudenken macht richtig Spass.

Und das beste an der Sache ist, dass eine Suspendierung kirchenamtlicherseits die Verpflichtung zu einer entsprechenden Appanage des Suspendierten nicht aufhebt. Na ist das lustig

Im Ernst: Diese selbsternannten Retter/innen der Katholika sind massiv durchgeknallt - was wird nur passieren, wenn sich mit dem neuen Papst der Wind nur ein wenig dreht? Bin gespannt ...

Samstag, 9. März 2013

Die Zeit der "Messiasse" ...

  • Hugo Chavez soll einbalsamiert werden - sozusagen "in den Herzen Venezuelas ewig leben" - hm - durchgeknall?
  • In Österreich: Franz Strohsack (vlg. Frank Stronach) - mit 80 der Retter Niederösterreichs vor der Dikatur Erwin Prölls?
  • Erwin Pröll selber: auch eine Art Messias?
  • HG Strache: auch ein Messias - der Rächer der "Enterbten"?
wechseln wir zur Kirche:
  • Der Papst: wird da von einigen auch eine Art Messias erwartet
  • diverse "Gemeinschaftsgründer/innen" 
Geschichte:
  • Heute habe ich ein Feature über den Anschluss Österreichs gehört in Ö1 - Hitler hat man auch mal als Messias angesehen
  • in der jüngeren Geschichte Österreichs: "Die Sonne, die von (Kärntens) Himmel gefallen ist" - Jörg Haider - auch ein Messias
Verdammt noch mal!!! Was reitet Menschen, immer wieder allzu menschlichen Gestalten nachlaufen zu wollen, die ihnen das Gefühl geben, sie - wovon auch immer - retten zu können. Ist es wirklich eine Grundhaltung des Menschen in unseren möglicherweise schon beginnend "postdemokratischen" Gesellschaften, immer wieder jemand suchen bzw. anhimmeln zu müssen, der verspricht, die Welt möglichst einfach zu erklären (solange man nur nahezu 100%ig den entsprechenden Lehren folgt)

Manche scheinen wirklich ihr Hirn
  • auf dem Wahlzettel
  • am Weihwasserkessel
  • oder wo und wann auch immer 
abzugeben ....

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Mehr Europa bitte!!!!

Auch wenn es vielen nicht gefällt - aber das einzige Mittel um einerseits die aktuelle Krise zu bewältigen und andererseits die europäische Integration zu verstärken ist die eher rasche Übergabe nicht weniger Agenden an das Europäische Parlament und der Europäischen Kommission als Regierung - der Rat darf von mir aus getrost als zweite Kammer bestehen bleiben - vielleicht mit einer Art Vetorecht mit aufschiebender Wirkung analog zum österreichischen Bundesrat (ach so, der sollte ja verschwinden ... uups)... Und warum?
Na wenn ich mir die Debattenkultur in Parlament und Landtagen so ansehe, dann kommt mir irgendwie das Grausen - seit es ORF 3 gibt, kann man sich ja von Zeit zu Zeit auch in tiefster Provinz das zweifelhafte Vergnügen von Plenarsitzungen antun - ich sag es mal so: man braucht schon einen robusten Magen, damit man nicht gleich ... sie wissen schon ...
Ich denke mit Freude an die Stunde Begegnung mit österreichischen EU-Parlamentariern zurück, die ich im Oktober hatte. Lunatschek und Karas haben diese Begegnung gemeinsam gestaltet (ja gut, Karas hat am Anfang a bisserl viel geredet ... - aber im Wesentlich blieben beide sachlich). Was mich fasziniert hat, war die Art und Weise, wie beide miteinander umgegangen sind - stellt Euch vor, die sprachen einander mit dem Vornamen an! Und die Dinge wurden viel tiefer und breiter und vor allem auch durchaus quer zu manchen landläufig unterstellten politischen Positionen betrachtet ... Keine stumpfsinnigen Stehsätze und von Spindoktoren zurechtgebastelte Schlagworte, die mit Bestemm in jeder Situation in den Raum gestellt werden, wie es unsere Politiker zu tun pflegen...

Umfragehoch für Cameron nach seiner Fundamentalopposition in Brüssel

Weit weg davon, die kürzlich erfolgten Beschlüsse in Brüssel in den Himmel zu heben (waren mir viel zu halbherzig - besonders im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Europäischen Projektes), erschreckt mich immer wieder, dass die Nationalisten in Europa - zumindest in den veröffentlichten Meinungsumfragen - die Nase vorn zu haben scheinen. Und da spielt Cameron in einer ähnlichen Liga wie Strache und Konsorten. Ich sehe schon wieder eine Zeit heraufdämmern, in der Scharen von jungen Männern, angesteckt von einem Hurra-Patriotismus, bereit sind, es den bösen Nachbarn zu zeigen.
Und sagt ja nicht, dass dies nicht möglich sei: In den späten 80ern sind im ehemaligen Jugoslawien auch jene Menschen beim Nachbarn grillen gewesen, den sie dann in den frühen 90er im besseren Falle aus dem Haus gejagt, im schlimmeren ermordet haben. Es geht wirklich schnell, wie es gerade unsere europäische Geschichte lehrt, dass Heere sich wieder säbelrasselnd gegenüberstehen, gerade wenn man sich vom jeweils anderen wie auch immer übervorteilt fühlt.

Freitag, 11. November 2011

Warum ich das Bildungsvolksbegehren nicht unterzeichnet habe ...

... Komplexe und differenzierte Sachverhalte monocausal erklären zu wollen und dann auf dieser Basis 08/15 Maßnahmen als Lösung für alles und jedes anbieten zu wollen - ich kann das nicht unterschreiben. Und wenn ich die allenthalb im www herumgeisternden Kommentare überfliege, fühle ich mich bestätigt, dieses Volksbegehren nicht unterschrieben zu haben, obwohl so manches mir möglicherweise bedenkenswert erschiene - so viel Banalität, Phrasendrescherei auch von Seiten jener, die sich als Gegner bezeichnen....

Das mediale Trommelfeuer, das ständige Wiederholen und Insistieren auf immer mehr zu Worthülsen und Schlagworten verkommender Maßnahmen schürte in mir den Verdacht, dass hier eher der Profilierungssucht einiger weniger Genüge getan wurde und es letztlich - wenn auch immer vorgeschoben - es nicht um die Menschen in der Schule ging und schon gar nicht um Bildung. Andernfalls hätten sich die Proponenten in ihrer von ihnen immer wieder behaupteten Expertise auch mal in die tiefe Provinz begeben müssen, um uns Leuten draußen deutlich zu machen, was denn so schlecht sei und wie sich das Volksbegehren auf uns und unsere Kinder auswirken würde ... Ich habe z.B. den - denke ich nicht unbegründeten - Verdacht, dass es den vielen kleinen Hauptschulen in entlegenen Regionen, die mit Abwanderung zu kämpfen haben, ernsthaft an den Kragen ginge (mit allen Folgen für die Bevölkerung: Verlust des Schulstandortes, der Attraktivität als Wohnstandort u.ä.) - und welcher Idiot unterschreibt sozusagen sein Todesurteil selbst? Dann wäre ich tatsächlich ein Idiot (oder soll ich Cityot schreiben - mein Gott liebe ich dieses Wort). Im Übrigen kommen aus unserer Hauptschule eine Reihe hervorragender Akademiker/innen, Facharbeiter/innen, Lehrerinnen, Krankenpflegerinnen usw. - und in den letzten Jahren landete meines Wissens keine/r unserer Absolvent/inn/en sozusagen in der Gosse - alle stellen ihre/n Frau/Mann in der Gesellschaft. Stimmt vielleicht andernorts in unserem Land die Gesellschaft nicht - könnte man ja auch mal fragen;aber wie hat es ein guter Freund von mir mal formuliert.:
Der beste Weg, seine Probleme nicht loszuwerden und in ihnen verhaftet zu bleiben ist, alle anderen dafür verantwortlich zu machen

Montag, 10. Oktober 2011

Wow - wieder eine Sensation ...

... berichtet der ORF hier: Platz drei in Polen: Antiklerikale Partei sorgt für Sensation - Was ist denn da eine Sensation?
Provokante Politclowns ohne Anflug irgendwelcher konstruktiver Ideen haben wir in unserem Land ja auch; bei uns heißen die FPÖ und der Oberpolitkasperle ist der Strache

Freitag, 30. September 2011

Unruhen in Bulgarien...

 ... lese ich hier. Ich lese, dass es in Europa 12 Millionen Roma gibt. Mehr als Österreicher und sicherlich mehr als Luxemburger - ja und da gibt es noch Andorra, San Marino und und und. Wie wäre es, den Roma und Sinti eine eigene europäische Bürgerschaft zukommen zu lassen, eine Art Bürgerschaft der Nicht-Sesshaften - mit eigener anerkannter Vertretung, mit noch zu verhandelnden Rechten und Pflichten. Dann würde eine etwaige (halb)nomadische Lebensform (ich weiß schon, dass diese es kaum mehr gibt - aber entspricht diese Tatsache nicht eher einer mehr oder weniger offen gewalttätiger Zwangsassimilation ...) möglicherweise wieder zu einem Erbe der europäischen Kultur werden...

Ich denke dazu an die Geschichte Israels in der Bronzezeit - diese halbnomadischen Gruppen bewegten sich auch am Rand der sesshaften Zivilisationen - sicher nicht immer friktionsfrei - aber doch auf Augenhöhe mit den selben.

Könnte nicht gerade das Projekt der europäischen Integration, welches ja gerade nicht versuchen will, jede Kultur in eine Art Einheitsbrei einzudampfen, auch den Roma und Sinti ermöglichen innerhalb der europäischen Staaten zu einer eigenen Struktur zu kommen? ...

Montag, 25. Juli 2011

Oslo Shooting 2 - Der Ruf nach den europäischen Werten

Eigenartig altmodisches Vokabular geistert wieder durch die Kommentare der Printmedien - es wird zu Besinnung auf die sogenannten Europäischen Werte aufgerufen. Immer dabei: Liberalität, Demokratie, Menschenrechte, Säkularität, Toleranz, europäische Aufklärung ... der übliche Kanon an großen Worten vergangener Epochen, die für mich aus den Federn diverser Kommentatoren geflossen ähnlich leer klingen wie katholisches Vokabular aus jenen der katholisch üblichen Verdächtigen.

Mit dieser Eingangsfeststellung möchte ich nicht grundsätzlich diese Begriffe an sich in Frage stellen, sondern die Art und Weise, wie sie in unserem gesellschaftlichen Diskurs immer mehr inhaltlich ausgehöhlt werden. Diese Begriffe bezeichnen meines Erachtens ja nicht eigentlich Werte, auf denen basierend individuelles wie auch gesellschaftliches Leben funktionieren kann - sie bilden viel mehr die Grammatik - den formalen Rahmen - für ein solches Leben.

Aber genau so wenig wie Sprache nur aus Grammatik bzw. Mathematik nur aus Operatoren bestehen kann, sowenig kann kann individuelles bzw. gesellschaftliches Leben nur auf der Basis jener großen Begriffe Liberalität, Demokratie usw. usf. bestehen. Es bedarf vielmehr einer inhaltlichen Befüllung - Vokabel, Operanden um die Bilder von Sprache und Mathematik hier weiterzuführen - um die formalen Systeme auch zu befüllen.

Inhaltlich können die gesellschaftlichen Systeme meines Erachtens nur funktionieren, wenn von einer unbedingte personalen Anerkenntnis des je Anderen ausgegangen wird. Die jüdisch-christliche Tradition spricht hier von der Gott-Ebenbildlichkeit des Menschen. Gott-Ebenbildlichkeit verwende ich hier mal synonym für das Unbedingte menschlicher Existenz - jenseits jeder wie auch immer gearteter diskursiver Bestimmung menschlicher Existenz und Würde.

Das Fatale in unserer Gesellschaft ist, dass gerade letzteres in unserer Gesellschaft in Frage gestellt wird - Abtreibung und Euthanasie sind die "liberalen" Sündenfälle dieser Abwendung von der unbedingten personalen Anerkenntnis des anderen - Nationalismus, Rassismus, Kulturchauvenismus bis zur Shoa und Terror die "rechten" Sündenfälle.
... (wird fortgesetzt)

Oslo Shooting 1 - Persönlich betroffen?!

Letzte Woche war ich mit 35 Jugendlichen und 9 Erwachsenen in Rom. Am Tag der Abreise - vergangener Freitag Abend - kam ich das erste mal mit Nachrichten vom Massaker bei einem Jugendlager in der Nähe Oslos. Am Morgen darauf, noch im Liegewagen, las ich mehr davon und zu Mittag hörte ich im Mittagsjournal auf Ö1 die erste lange Reportage.
Ich war diese Stunden die ganze Zeit mit Jugendlichen im Alter von 12 - 15 Jahren zusammen - junge Menschen, die ich teilweise schon als Kleinkinder getauft habe, die ich die meisten seit Kindergartentagen und Pflichtschule her kenne; mir wird jetzt noch ganz heiß, wenn ich mir vorstelle, gerade so, wie wir zu diesem Zeitpunkt zusammen waren, käme irgendein Verrückter und würde wahllos beginnen, diese - "meine" - Kinder abzuknallen ...
... (wird fortgesetzt)

Freitag, 1. Juli 2011

kleinliche Krämerseelen ...

anknüpfend an diesem und auch am bisherigen Verhalten der Politik angesichts der derzeitigen Schuldenkrise:
Wir haben die falschen Politiker - schlicht und ergreifend mehr oder weniger rückwärts gewandte Krämerseelen, die wie die vor Schreck erstarrte Maus vor der Schlange

vor dem Boulavard und den rechtsradikalen Adepten der Dummheit zittern.
Verdammt noch mal: Das Projekt Europa darf etwas kosten - vor allem wenn es etwas bringt. Anstatt andauernd sich herumzustreiten ob dieser oder jener etwas mehr oder weniger zu zahlen hat, sollten mal wieder Visionen am Tapet stehen und nicht die falsche Mentalität des Abzockens.
Ja, es geht um Abzocken. Ist schon mal aufgefallen, dass in allen Finanzangelegenheiten den entsprechenden Politikern nicht einfällt, auch nur einmal darzulegen, woran gespart werden soll, und vor allem, was das nun konkret für den einzelnen bedeutet. Es wird immer vorgegaukelt, dass es so viel an unnötigem gäbe. Aber ehrlich, liebe Leute, das mag schon im einen oder anderen Fall stimmen, aber - ist es nicht eher so, dass letzlich von der Allgemeinheit zu einigen wenigen umverteilt wird?
  • Die kleine Dorfschule: zu teuer! Weg damit! Gibt eh Schulbusse - und tägliche 25km ist doch in der heutigen mobilen Zeit 6 -15jährigen zuzumuten
  • Der Zuschuss zum Sportverein, zum Kulturverein (zahlt's doch eure Dressen und Trachten selber); 
  • das Provinzspital (fahrt's halt die Oma 50km mehr besuchen - ja und die 300 direkten oder indirekten Arbeitsplätze vor Ort - wer braucht denn die - zieht's dorthin, wo's Arbeit findet's und machts jeden Dreck, der euch zufällig geboten wird); 
  • die Agrarförderung - verdammt noch mal - die Holländer und Deutschen können auch viel billiger produzieren; wer braucht den wirklich diese Kleinlandwirtschaften - ist eh alles zu teuer, was die produzieren) 
  •  ....
Vor ein paar Wochen hat Nussbaumer in einem Kommentar in der "Furche" darüber nachgedacht, wo denn das ganze Geld hingekommen ist, welches in den 70er Jahren für das Gemeinwohl da war ... damals war der Schuldenstand um einiges geringer (ja auch unter Kreisky!) - Unter der Annahme, dass absolut und vor allem auch inflationsbereinigt, das Vermögen in unserer gesamten Volkswirtschaft um ein vielfaches höher ist als damals, stellt sich die Frage, wo das damals für die Allgemeinheit verfügbare Vermögen geblieben ist?

Mittwoch, 29. Juni 2011

Heute ist gemeinsame Vorstandssitzung der drei Pfarrgemeinderäte

... nein - das Dokument der Pfarrerinitiative wird nicht von mir auf's Tapet gebracht. Aber wie soll es wirklich weitergehen? Ich muss mich noch glücklich schätzen in dieser Situation, da wir ein hervorragendes Seelsorgeteam von Sekräterin, ha. Diakon und Priester sind und einen Weg gefunden haben, unseren Dienst verantwortet zu gestalten. Aber wie wird es weitergehen - ich befürchte, dass der Generalvikar bald mit der vierten Pfarre daherkommen wird und ja, in den nächsten beiden Jahren werden weitere 8 Pfarren in meiner mittelbaren Umgebung vakant werden - wer soll sie leiten???
Und jetzt liebe Bischöfe - kommt mir ja nicht daher mit euren Modell der herumstravanzenden Gläubigen. Die werden nämlich nicht herumstravanzen (oder nur zu einem geringen Anteil) -
- wisst's was, manchmal kommen mir die kirchlichen Zentralisten in den Diözesanhöfen und in Rom vor wie jene neoliberalen Finanzzauberer, die zur Gewinnmaximierung der Shareholder Produktionsstätten auflassen, obwohl diese gute Wahre produzieren und Gewinne schreiben.

Ich bin dabei ...

... wenn auch nicht in allen Details (das mit dem Messen reduzieren bring ich für die Leut'  nicht wirklich über's Herz - und die obligatorische Fürbitte finde ich mit der Zeit öd ...) - oder besser - im Prinzip mach'  ich's eh schon - na eigentlich machen es alle meine Priesterbekannten - ob jetzt dabei bei der Pfarrerinitiative oder nicht - ach so - Darum geht's:
Die römische Verweigerung einer längst notwendigen Kirchenreform und die Untätigkeit der Bischöfe erlauben uns nicht nur, sondern sie zwingen uns, dem Gewissen zu folgen und selbständig tätig zu werden:
 
Wir Priester wollen künftig Zeichen setzen:
1 WIR WERDEN in Zukunft in jedem Gottesdienst eine Fürbitte um Kirchenreform sprechen. Wir nehmen das Bibelwort ernst: Bittet, und ihr werdet empfangen. Vor Gott gilt Redefreiheit.
2 WIR WERDEN gutwilligen Gläubigen grundsätzlich die Eucharistie nicht verweigern. Das gilt besonders für Geschieden-Wiederverheiratete, für Mitglieder anderer christlicher Kirchen und fallweise auch für Ausgetretene.
3 WIR WERDEN möglichst vermeiden, an Sonn- und Feiertagen mehrfach zu zelebrieren, oder durchreisende und ortsfremde Priester einzusetzen. Besser ein selbstgestalteter Wortgottesdienst als liturgische Gastspielreisen.
4 WIR WERDEN künftig einen Wortgottesdienst mit Kommunionspendung als "priesterlose Eucharistiefeier" ansehen und auch so nennen. So erfüllen wir die Sonntagspflicht in priesterarmer Zeit.
5 WIR WERDEN auch das Predigtverbot für kompetent ausgebildete Laien und Religionslehrerinnen missachten. Es ist gerade in schwerer Zeit notwendig, das Wort Gottes zu verkünden.
6 WIR WERDEN uns dafür einsetzen, dass jede Pfarre einen eigenen Vorsteher hat: Mann oder Frau, verheiratet oder unverheiratet, hauptamtlich oder nebenamtlich. Das aber nicht durch Pfarrzusammenlegungen, sondern durch ein neues Priesterbild.
7 WIR WERDEN deshalb jede Gelegenheit nützen, uns öffentlich für die Zulassung von Frauen und Verheirateten zum Priesteramt auszusprechen. Wir sehen in ihnen willkommene Kolleginnen und Kollegen im Amt der Seelsorge.

Im Übrigen sehen wir uns solidarisch mit jenen Kollegen, die wegen einer Eheschließung ihr Amt nicht mehr ausüben dürfen, aber auch mit jenen, die trotz einer Beziehung weiterhin ihren Dienst als Priester leisten. Beide Gruppen folgen mit ihrer Entscheidung ihrem Gewissen - wie ja auch wir mit unserem Protest. Wir sehen in ihnen ebenso wie im Papst und den Bischöfen "unsere Brüder". Was darüber hinaus ein "Mitbruder" sein soll, wissen wir nicht. Einer ist unser Meister - wir alle aber sind Brüder. "Und Schwestern" - sollte es unter Christinnen und Christen allerdings heißen. Dafür wollen wir aufstehen, dafür wollen wir eintreten, dafür wollen wir beten. Amen.

Dreifaltigkeitssonntag, 19. Juni 2011
Quelle: http://www.pfarrer-initiative.at

Na ja, Bischof Kapellari musste natürlich auch was dazu sagen - versteh'  schon, ist ja auch irgendwie sein Job - aber so richtig inhaltlich kann er mich nicht überzeugen: Na ja, sollte er selber das glauben, worauf er sich bezüglich der Fakten bezieht (obwohl er da relativ verwaschen bleibt - muss man ihm ehrlich auch zu Gute halten) - dann ist er geradezu mit Ahnungslosigkeit á la
 geschlagen.
Ach so - auch hier die entsprechende Referenz zum Nachlesen: http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/40178.html

Freitag, 3. Juni 2011

Kennt Ihr Fliegenfänger??

Wenn ihr z.B. im Kurier (aber sicher auch anderen Tageszeitungen) die Leserforen aufschlägt, dann könnt ihr dort die konzentrierte Bösartigkeit, Ignoranz, Dummheit, Rücksichtslosig- und Herzlosigkeit und an und ab auch kaum sich verbergendes Nazitum finden. Wenn man doch nur diese Leserforen genau so wie einen vollen und ausgedienten Fliegenfänger mit all diesen lästigen Schmeißfliegen loswerden könnte ...

Dienstag, 17. Mai 2011

Lustig, was mit dem Rechtsstaat geschieht ...

  • Verbalinjurien sind Ausdruck "freier Meinungsäußerung"
  • Über Schuld und Unschuld wird in Zeitungen und Internetforen verhandelt
  • Opfer-Sein rechtfertigt Verhetzung (§283)
  • Resentiments werden zu Fakten alleine durch Veröffentlichung in kleineren oder größeren Formaten
  • Ahnungslosigkeit wird mit um so mehr Meinung wettgemacht
Spannend ....

Dienstag, 3. Mai 2011

Osama Bin Laden ist tot

Die Nachricht ist heute nicht mehr neu. Ob er unbedingt hätte erschossen werden müssen? Kein Prozess? OK - es kann moralisch-ethische Situationen geben, in denen es nur noch möglich scheinen mag, zwischen Skylla und Charybdis zu wählen. Was mir aber zu denken gab: Freudenfeiern (wenn auch nicht von offizieller Seite - Obama war sogar sehr nüchtern und korrekt - zumindest so mein Eindruck) auf den Straßen Washingtons bzw. am ground zero finde ich schlicht angesichts des Todes eines Menschen schlicht ungustiös - man kann ja nicht mal sagen, dass jetzt das Problem (Terror) damit bereinigt wäre ... - und nur den Tod eines Menschen zu feiern, mag er noch so ein großer Verbrecher gewesen sein, zieht die Feiernden nahezu schon auf das Niveau der Claqueure des Terrors hinab.

Samstag, 30. April 2011

Aufgelesen ...

Zu Sokrates kam ein Mann und sagte: "Höre, ich muß dir etwas Wichtiges über deinen Freund erzählen!" "Warte ein wenig", unterbrach ihn der Weise, "hast du schon das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe hindurchgehen lassen?" "Welche drei Siebe?" fragte dieser. "So höre: Das erste Sieb ist das der Wahrheit. Hast du dich von der Wahrheit der Sache vergewissert?" "Nein, ich habe es von anderen gehört", erwiderte der Mann. "Nun denn, das zweite Sieb ist das der Güte. Ist die Ursache dafür, daß du diese Nachricht weitergeben willst, einem gütigen Motiv deines Herzens entsprungen?" Der Mann mußte schweigen. "Das dritte Sieb schließlich ist das der Nützlichkeit. Glaubst du, daß diese Nachricht meinem Freund oder mir von Nutzen sein wird?" Der Mann drehte sich wortlos um und ging.

(nicht von mir - im Internet gefunden)

Dienstag, 19. April 2011

Pubertäre Gesellschaft?

Ich fang mal so an: Was sind die psychosozialen Merkmale Pubertierender? Da ist einmal das an die Grenzen gehen; das Provozieren; eine gewissen Unbeständigkeit; fallweise erhöhte Aggressionsbereitschaft; ach da wäre auch noch die bevorzugte Beschäftigung mit Sexualität (oder was immer dafür gehalten wird...); Besserwisserei; nicht selten Überheblichkeit; alles hinterfragen - nur nicht sich selbst (zumindest mal nicht laut); nicht zu vergessen wäre da noch erhöhte Lautstärke ... möglicherweise fällt p.t. Leserschaft noch etwas dazu ein ...

Ein Künstler hat ein Kruzifix in Urin getaucht - das Feuilleton bezeichnet so was als Kunst ... und die üblichen Verdächtigen zerstören dasselbe ... Hm - wie war das mit der Pubertät??? Provokation, an die Grenzen gehen; Überheblichkeit, sich selbst nicht hinterfragen; Aggression, Lautstärke ...??

Sogenannte atheistische Intelektuelle ziehen gegen die sogenannte Irrung der Religion ins Feld - im Namen der Freiheit des Menschen; nur mal so selbst ein wenig mein Geschichtswissen im Geiste durchgeblättert. Gewalt gab es im Namen Gottes wie auch ohne dessen Namen. Müßig Quantitäten hier vergleichen zu wollen - eines aber scheint mir augenscheinlich: Gewalt im Namen Gottes wurde oft genug vom Inneren der Religion wenn schon nicht immer aufgehoben dann zumindest qualifiziert hinterfragt (mit dem Effekt, dass über kurz oder lang Gewaltexzesse durch diese Reflexion geendet haben) - wenn auch zugegebenermaßen oft erst nach längerer Zeit. Allfällige atheistisch motivierte Gewalt hat, so weit mein beschränktes Wissen reicht, niemals von sich aus die Unterdrückung beenden können - alle Systeme exzessiver Gewalt wurden von außen aufgehoben (Nationalsozialismus, Kommunismus ... die beiden fallen mir mal auf die Schnelle ein). Übrigens - die Aggressivität diese Atheisten in ihrer Negation ist beeindruckend.

Diese Liste könnte beliebig fortgesetzt werden ... Liebe/r Leser/in - nehmen sie die im ersten Absatz benannten Merkmale Pubertierender her und legen sie diese sozusagen als Maßstab für alles her, was auf sie in den Medien zukommt - und beantworten sie dann mal ehrlich: Verhalten sich so reife und erwachsene Menschen???

Samstag, 16. April 2011

Ja ja, das moralisieren... - Massive Vorwürfe gegen Hans-Peter Martin | kurier.at

Massive Vorwürfe gegen Hans-Peter Martin | kurier.at

Es ist irgendwie eigentümlich, dass sich nicht selten die am lautesten auf Moral pochenden als jene erweisen, die es mit derselben dann doch nicht so ernst nehmen. Ich habe mir abgewöhnt zu moralisieren. Ich verkünde viel lieber die Liebe Gottes ... Bitte jetzt nicht falsch verstehen, nicht einen verharmlosenden Begriff der Liebe - nein einen liebenden Gott, der in seiner Liebe so ernst macht, dass er in Jesus Christus sich selbst ganz hingibt. Aber das möchte ich jetzt hier nicht weiter entfalten ...

Zurück zur Moral: Augustinus wird der Satz zugeschrieben: Liebe! Und mach' was du willst. Ich glaube richtiges Handeln kann nur authentisch gelingen, wenn der Handelnde von einer Grundhaltung der Aufmerksamkeit, des Respekts - ja der Liebe getragen ist. Da braucht es dann nicht allzuviel mehr, damit rechtes Leben gelingt. Der allenthalb in Politik und Wirtschaft in den letzten Jahren verstärkt aufkommende Ruf nach Anständigkeit, der meist dann noch mit dem Ruf nach Kontrolle einhergeht, wird aber so, wie es jetzt geschieht nicht die Moralität und den Anstand befördern, sondern eher noch schlauerer Schlauigkeiten hervorbringen um wieder das eine oder andere Ding zu drehen zu ermöglichen. Heteronome Moral trägt das Moment ihres Bruchs zwangsläufig in sich selber ...