Vorige Woche habe ich mir ein "Gadget" zugelegt - ein Smartphone. Diese Dinger können nahezu alles, was man ihnen an Programmen auflegt: Mich zu den genauen Adressen lotsen bei Krankenkommunionen und auch schon mal beim NAW-Einsatz, die Blutzuckerwerte verwalten (und auch einen geschätzten HbA1c-Wert errechnen), Kalender immer up-to-date auch online, ebenso die Adressen (kann sie von jedem Computer über's Internet pflegen) - also für mich nahezu ideal. Jetzt habe ich mir natürlich gedacht, dass es auch schön wäre, eine Bibel zur Verfügung zu haben (mit einem entsprechenden Reader) - aber die einzigen, die hier präsent sind: Zeugen Jehovas und Evangelikale. Nix da Einheitsübersetzung - ja vielleicht noch Luther und Elberfelder beide 1905.
Warum bringt das Katholische Bibelwerk da nichts auf die Reihe - ach ja, ich weiß ja schon - einzigartig in der Welt, halten die Katholischen Bibelwerke Copyrights, die sie - wenn überhaupt - nur zu überhöhten Preisen auf den Markt werfen. Und selber bringens halt wirklich kein adäquates Tool auf die Welt ...
Montag, 19. April 2010
Von einem Leserbrief aufgeschnappt (aus der "Furche")
... "Wenn Meinungen zu Tatsachen werden" - und dazu von mir: "wenn Ahnung von einer Materie und Meinung zu der selben sich meist in indirekter Proportion zueinander befinden" - na dann braucht nur die logischen Schluss zu ziehen:
Keine Ahnung aber um so mehr Meinung, die dann als Tatsache verkauft wird...
Keine Ahnung aber um so mehr Meinung, die dann als Tatsache verkauft wird...
Dienstag, 13. April 2010
Über die medial vermittelte Wirklichkeit oder Wahrheit
Ich weiß nicht, aber ich denke ich muss mir überlegen, ob ich mein jahrelanges Abo des Kurier noch weiterführe. Bitte nicht falsch verstehen, es geht mir jetzt nicht in erster Linie darum, dass sich die Redaktion des Kurier an den Missbrauchsfällen in der Kirche festbeißt wie die Krone an den Asylanten (überschaubare Tatsachen mit Resentiments zu einer Melange vermischen und als Zitate Dritter referieren, damit man sagen kann, man bleibe ja strickt objektiv) ... Aber heute sind mir ein paar Berichte untergekommen, die mir wieder zu denken geben.
Der erste betrifft wieder die Missbrauchsgeschichten: Ein "liberal-katholischer" Journalist klärt mit hoher Detailkenntnis auf, dass ein in den letzten Tagen gegen den Papst in Stellung gebrachtes Dokument schlicht und ergreifend falsch übersetzt wurde - hier der ganze Artikel - und aufgrund schlampiger Recherche wird kampagnisiert. Nun ja, natürlich sieht ordentliches Krisenmanagment anders aus, als es der damalige Kardinal Ratzinger zelebrierte, aber bitte, wenn schon anpatzen dann doch g'scheit und nicht mit der schon hinlänglich hier breitgetretenen Melange aus Tatsachen, Resentiments und unkritischer Abschreibe ... aber scheinbar wird auch schon in den honorigsten Redaktionen die gediegene Recherche von copy and paste ersetzt.
Ein anderer Fall kommt aus einer ganz anderen Ecke: Wissenschaft!
Ich bin Bezieher von Spektrum Direkt. Dort wurde in einem Artikel über sogenannte Exoplaneten geschrieben, die gegenläufig zur Rotationsrichtung des Muttersterns laufen. Das dürfte eigentlich nach den gängigen Theorien der Planetenentstehung so nicht sein, ist aber unter bestimmten chaotischen Bedingungen möglich (Störungen durch andere Masseneinwirkung u.ä. - die circumpolare Scheibe in der Frühzeit der Sternentwicklung ist halt auch entstörter idealtypischer Ort) - interessant ist aber, was der ORF aus dieser Story gemacht hat; da ist gleich mal vom auf den Kopf gestellter Theorie und ähnlichem die Rede - Schwachsinn - die verkehrt kreisenden Planeten stellen sicherlich nicht die grundsätzliche Theorie der Planetenentstehung in Frage. Das hört sich so ähnlich an, wie das Problem mit den Mini-Schwarzen-Löchern im LHC die da im vergangenen Jahr problematisiert wurden - wieder die übliche Melange aus Tatsachen (man erwartet bei diesen hohen Energien das Auftreten kleinster Schwarzer Löcher mit der Masse eines Protons oder so ähnlich); Resentiments (die Wissenschafter in ihrem Elfenbeinturm) und Halbwissen (schwarze Löcher verschlucken Materie) ABER: ein schwarzes Loch mit der Masse eines Protons hat auf seine Umwelt die gleiche gravitative Auswirkung wie das Proton selbst - also mit guter Näherung: NULL Auswirkung - nix da mit Weltuntergang ...
Quod erat demonstrandum: Es scheint sich für mich immer mehr abzuzeichnen, dass in unserer immer schneller laufenden Zeit, nicht mehr der prüfende Verstand mit Information versorgt werden soll, sondern in kurzer Zeit Informationsbrocken möglichst attraktiv auf den Markt geworfen werden sollen, um am Markt der Information hohe Quoten zu erreichen. Leider verkommt so unsere Demokratie immer mehr zur Farce ... Dichand for President .... eine schaurige Vorstellung ....
Der erste betrifft wieder die Missbrauchsgeschichten: Ein "liberal-katholischer" Journalist klärt mit hoher Detailkenntnis auf, dass ein in den letzten Tagen gegen den Papst in Stellung gebrachtes Dokument schlicht und ergreifend falsch übersetzt wurde - hier der ganze Artikel - und aufgrund schlampiger Recherche wird kampagnisiert. Nun ja, natürlich sieht ordentliches Krisenmanagment anders aus, als es der damalige Kardinal Ratzinger zelebrierte, aber bitte, wenn schon anpatzen dann doch g'scheit und nicht mit der schon hinlänglich hier breitgetretenen Melange aus Tatsachen, Resentiments und unkritischer Abschreibe ... aber scheinbar wird auch schon in den honorigsten Redaktionen die gediegene Recherche von copy and paste ersetzt.
Ein anderer Fall kommt aus einer ganz anderen Ecke: Wissenschaft!
Ich bin Bezieher von Spektrum Direkt. Dort wurde in einem Artikel über sogenannte Exoplaneten geschrieben, die gegenläufig zur Rotationsrichtung des Muttersterns laufen. Das dürfte eigentlich nach den gängigen Theorien der Planetenentstehung so nicht sein, ist aber unter bestimmten chaotischen Bedingungen möglich (Störungen durch andere Masseneinwirkung u.ä. - die circumpolare Scheibe in der Frühzeit der Sternentwicklung ist halt auch entstörter idealtypischer Ort) - interessant ist aber, was der ORF aus dieser Story gemacht hat; da ist gleich mal vom auf den Kopf gestellter Theorie und ähnlichem die Rede - Schwachsinn - die verkehrt kreisenden Planeten stellen sicherlich nicht die grundsätzliche Theorie der Planetenentstehung in Frage. Das hört sich so ähnlich an, wie das Problem mit den Mini-Schwarzen-Löchern im LHC die da im vergangenen Jahr problematisiert wurden - wieder die übliche Melange aus Tatsachen (man erwartet bei diesen hohen Energien das Auftreten kleinster Schwarzer Löcher mit der Masse eines Protons oder so ähnlich); Resentiments (die Wissenschafter in ihrem Elfenbeinturm) und Halbwissen (schwarze Löcher verschlucken Materie) ABER: ein schwarzes Loch mit der Masse eines Protons hat auf seine Umwelt die gleiche gravitative Auswirkung wie das Proton selbst - also mit guter Näherung: NULL Auswirkung - nix da mit Weltuntergang ...
Quod erat demonstrandum: Es scheint sich für mich immer mehr abzuzeichnen, dass in unserer immer schneller laufenden Zeit, nicht mehr der prüfende Verstand mit Information versorgt werden soll, sondern in kurzer Zeit Informationsbrocken möglichst attraktiv auf den Markt geworfen werden sollen, um am Markt der Information hohe Quoten zu erreichen. Leider verkommt so unsere Demokratie immer mehr zur Farce ... Dichand for President .... eine schaurige Vorstellung ....
Samstag, 3. April 2010
Die Missbrauchsdebatte - ein Lehrstück des Kampagnenjournalismus?
Ich bin natürlich kein Journalist - und mit meiner Schreibe würde ich es auch zu nichts bringen - aber irgendwann - war's in meiner Gymnasialzeit - habe ich mal gelernt, dass zu einem gut recherchierten Bericht folgendes gehört:
Jedenfalls werde ich persönlich den Verdacht nicht los, dass dem Kurier und dem ORF die Missbrauchsgeschichten das Gleiche ist wie der Kronenzeitung die Asylanten - ein Gemisch von überschaubaren Fakten und um so größeren Resentiments als Tatsachen dem werten Medienkonsumenten dargelegt, der ja auch als spezifischer Kunde in seinen Bedürfnissen befriedigt werden möchte.
Es ist mir schon klar, dass Medienwirtschaft auch ein Markt ist und dass in der heutigen Zeit es gilt, zu überleben. Und es überlebt nur, wer letztlich das produziert, was der Kunde konsumieren möchte. Nur frage ich mich, wem das nun dienen soll? Der Wahrheit, der rechtsstaatlichen und demokratischen Kultur.
Ein weiteres:
Irgendwie bin ich so erzogen worden, dass ich gelernt habe, immer zu fragen, welche Intention hat jemand, wenn er/sie etwas sagt oder tut. Dabei bin ich durchaus auch kritisch mir gegegenüber aber auch anderen. Und vor allem habe ich mir ein "ja - aber" angewöhnt. Ist damit nicht immer leicht mir zu folgen, bewahrt mich aber meist davor, ungerechtfertigt und dummschwätzerisch irgendein Halbwissen als die letzte Weisheit zu verkaufen.
Und nun - eigentlich wie immer bei mir - zur Überschrift:
Ich denke tatsächlich, dass in erheblichem Maße kampagnisiert wird - und die perfideste Art, Kampagnen zu führen ist, wie schon oben angesprochen, immer wieder eine Melange an Fakten, Halbwissen und Ressentiments unter der Vorspiegelung einer unterstellten Objektivität auf den Markt zu werfen. Dabei werden semantische Fallen von Seiten der Journalisten aufgebaut, die sie weitestgehend jeder Kritik entziehen (nach dem Motto: Wer kritisiert ist selbst schon verdächtig) - und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es diese Methoden schon zigmal gegeben hat ... Scheinbar erliegt die kommerziell schreibende Zunft immer wieder der Versuchung Wahrheit zu setzen, Wirklichkeit zu konstruieren als einfach nur über den Diskurs zu berichten.
- Was ist passiert?
- Wer ist betroffen?
- Wer hat etwas gemacht?
- Wo ist es passiert?
- - und last but not least in manchen Fällen (gerade wenn es sich um Serien - wovon auch immer - handelt): Wieviele Fälle liegen vor?
Jedenfalls werde ich persönlich den Verdacht nicht los, dass dem Kurier und dem ORF die Missbrauchsgeschichten das Gleiche ist wie der Kronenzeitung die Asylanten - ein Gemisch von überschaubaren Fakten und um so größeren Resentiments als Tatsachen dem werten Medienkonsumenten dargelegt, der ja auch als spezifischer Kunde in seinen Bedürfnissen befriedigt werden möchte.
Es ist mir schon klar, dass Medienwirtschaft auch ein Markt ist und dass in der heutigen Zeit es gilt, zu überleben. Und es überlebt nur, wer letztlich das produziert, was der Kunde konsumieren möchte. Nur frage ich mich, wem das nun dienen soll? Der Wahrheit, der rechtsstaatlichen und demokratischen Kultur.
Ein weiteres:
Irgendwie bin ich so erzogen worden, dass ich gelernt habe, immer zu fragen, welche Intention hat jemand, wenn er/sie etwas sagt oder tut. Dabei bin ich durchaus auch kritisch mir gegegenüber aber auch anderen. Und vor allem habe ich mir ein "ja - aber" angewöhnt. Ist damit nicht immer leicht mir zu folgen, bewahrt mich aber meist davor, ungerechtfertigt und dummschwätzerisch irgendein Halbwissen als die letzte Weisheit zu verkaufen.
Und nun - eigentlich wie immer bei mir - zur Überschrift:
Ich denke tatsächlich, dass in erheblichem Maße kampagnisiert wird - und die perfideste Art, Kampagnen zu führen ist, wie schon oben angesprochen, immer wieder eine Melange an Fakten, Halbwissen und Ressentiments unter der Vorspiegelung einer unterstellten Objektivität auf den Markt zu werfen. Dabei werden semantische Fallen von Seiten der Journalisten aufgebaut, die sie weitestgehend jeder Kritik entziehen (nach dem Motto: Wer kritisiert ist selbst schon verdächtig) - und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es diese Methoden schon zigmal gegeben hat ... Scheinbar erliegt die kommerziell schreibende Zunft immer wieder der Versuchung Wahrheit zu setzen, Wirklichkeit zu konstruieren als einfach nur über den Diskurs zu berichten.
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Montag, 22. März 2010
Die Kirche soll zahlen ...
... aber wer ist denn nun das: Kirche? OK die einzelnen Diözesen sind Körperschaften öffentlichen Rechts (meines Wissens aber nicht die "Kirche von Österreich") - Ich weiß nur nicht: Sind wir im angelsächsischen Rechtsraum? Wie sieht überhaupt die Rechtslage in Österreich aus: Ist eine Körperschaft, Firma, Verein usw. usf. für das Vergehen einzelner ihrer Mitglieder haftbar. Und wenn man nun eine Haftbarkeit der Institution annehmen kann, besteht dann nicht wiederum ein Regressanspruch der Institution gegenüber dem Täter und weitergedacht allenfalls dem vertuschenden Vorgesetzten.
Kurz und gut - ich sehe einfach nicht ein, warum ich mit dem Mist einzelner mich herumschlagen muss. Und wenn schon von Gütern gesprochen wird: Unsere Pfarrkirche gehört sicher nicht der Diözese sondern einzig und allein unserer Pfarrgemeinde (und nicht dem Bischof oder dem Pfarrer oder sonst irgendjemand) - aber wie ist es so schön herrlich wenn Menschen mit jeder Menge Meinung aber Null Ahnung irgendwo auf Tastaturen herumdreschen und dabei auch noch die Möglichkeit haben, das Produkt ihrer Tastendrescherei auf einer grossen Rotationsdruckanlage 100 000fach ausdrucken zu lassen.
Ich denke, dass es Opfer und Täter gibt, und dass die Täter schlicht und ergreifend für ihr Vergehen zur Verantwortung gezogen und für allfällige Schadenersätze aufkommen werden müssen; allenfalls werden auch Vorgesetzte auch entsprechend zu haften haben. Aber grundsätzlich nochmal: Pauschalverurteilungen und Korporativstrafen sind meines Rechtsempfindens einfach nicht zulässig. Und wir wollen eines nicht vergessen: Urteile werden in Österreich noch immer von Gerichten gefällt und nicht von Zeitungsredaktionen und versammelten Leserbriefschreibern - weil das hatten wir ja auch schon mal, genau so wie das gesunde Volksempfinden u.ä. ....
Kurz und gut - ich sehe einfach nicht ein, warum ich mit dem Mist einzelner mich herumschlagen muss. Und wenn schon von Gütern gesprochen wird: Unsere Pfarrkirche gehört sicher nicht der Diözese sondern einzig und allein unserer Pfarrgemeinde (und nicht dem Bischof oder dem Pfarrer oder sonst irgendjemand) - aber wie ist es so schön herrlich wenn Menschen mit jeder Menge Meinung aber Null Ahnung irgendwo auf Tastaturen herumdreschen und dabei auch noch die Möglichkeit haben, das Produkt ihrer Tastendrescherei auf einer grossen Rotationsdruckanlage 100 000fach ausdrucken zu lassen.
Ich denke, dass es Opfer und Täter gibt, und dass die Täter schlicht und ergreifend für ihr Vergehen zur Verantwortung gezogen und für allfällige Schadenersätze aufkommen werden müssen; allenfalls werden auch Vorgesetzte auch entsprechend zu haften haben. Aber grundsätzlich nochmal: Pauschalverurteilungen und Korporativstrafen sind meines Rechtsempfindens einfach nicht zulässig. Und wir wollen eines nicht vergessen: Urteile werden in Österreich noch immer von Gerichten gefällt und nicht von Zeitungsredaktionen und versammelten Leserbriefschreibern - weil das hatten wir ja auch schon mal, genau so wie das gesunde Volksempfinden u.ä. ....
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Samstag, 20. März 2010
Warum geht es mir schlecht???
Seit die Missbrauchsgeschichten durch die Medien geistern geht es mir hundsmiserabel. Ich war ja mit vielem in unserer Mutter Kirche nicht einverstanden. Vieles - vor allem im Zusammenhang mit der Sexualmoral - sehe ich sicher etwas weiter und gelassener als es vatikanische Dokumente und deren Verfasser es sehen wollten. Vor allem ist es mir immer auch um eine positive Herangehensweise gegangen - wenn ich auch sagen muss, dass gerade der Bereich der Sexualmoral nicht das primäre Thema bei mir war und ist.
Aber bei allem Dissens war die Kirche doch ein Ort der Beheimatung, sah ich mich in einer großen Familie, mit deren verschiedenen Gliedern ich möglicherweise nicht immer gleich gut auskam, aber im großen und ganzen war es für mich in Ordnung. Vor allem deswegen, weil ich persönlich als Person respektiert wurde (und sicherlich immer noch werde), der man Vertrauen entgegenbringt. Aber in den letzten Wochen habe ich das erste Mal das Gefühl, dass dies gebrochen scheint. Nicht dass es da konkrete Anhaltspunkte gäbe, aber irgendwie ist alles was ich tue schal geworden.
Ich für meinen Teil lebe halt nun einmal nicht als isolierter geistlicher Held - nur zurückgebunden in die Gegenwart Gottes; ich lebe in einem kleinen Dorf, wo ich halt persönlich - zumal als ehelos lebender - auf die Gemeinschaft der Christinnen und Christen angewiesen bin. Dieses Leben in einer bunten - und möglicherweise nicht immer so entschieden frommen - Gemeinde hat mich ja vor Jahren dazu bewogen, meinen Priesterdienst gerade an einem der entlegeneren Orte in unserer Diözese zu verrichten anzustreben. Und irgendwie nehme ich jetzt halt wahr, dass - wie gesagt - alles ein wenig schal geworden ist. Zweideutigkeiten, dumme Scherze, sich begründen müssen, vor allem in der Art, wie man als doch einigermaßen vernünftiger und wahrhaftiger Mensch für diese Institution stehen kann (vor allem, wenn man selbst in einigen Punkten im offenen Dissens zu dieser steht - halte es nun eben eher in moralischen Fragen mit der autonomen Begründung moralischer Aussagen als mit der deontologischen).
Und in einer Zeit, in der Menschen ihre Lebenwirklichkeiten nun nicht mehr nur und auch nicht mal in erster Linie am Ort selbst sondern aus der massenmedialen Vermittlung vermittelt bekommen (was nun mal halt so ist), würde ich gerade von den Bischöfen und dem Papst wirklich hilfreiches Tun erwarten und nicht jene Hilflosigkeit zwischen abgenötigten Entschuldigungserklärungen und zu erwartenden verschriftlichten Ratzinger-Florilegien.
Aber bei allem Dissens war die Kirche doch ein Ort der Beheimatung, sah ich mich in einer großen Familie, mit deren verschiedenen Gliedern ich möglicherweise nicht immer gleich gut auskam, aber im großen und ganzen war es für mich in Ordnung. Vor allem deswegen, weil ich persönlich als Person respektiert wurde (und sicherlich immer noch werde), der man Vertrauen entgegenbringt. Aber in den letzten Wochen habe ich das erste Mal das Gefühl, dass dies gebrochen scheint. Nicht dass es da konkrete Anhaltspunkte gäbe, aber irgendwie ist alles was ich tue schal geworden.
Ich für meinen Teil lebe halt nun einmal nicht als isolierter geistlicher Held - nur zurückgebunden in die Gegenwart Gottes; ich lebe in einem kleinen Dorf, wo ich halt persönlich - zumal als ehelos lebender - auf die Gemeinschaft der Christinnen und Christen angewiesen bin. Dieses Leben in einer bunten - und möglicherweise nicht immer so entschieden frommen - Gemeinde hat mich ja vor Jahren dazu bewogen, meinen Priesterdienst gerade an einem der entlegeneren Orte in unserer Diözese zu verrichten anzustreben. Und irgendwie nehme ich jetzt halt wahr, dass - wie gesagt - alles ein wenig schal geworden ist. Zweideutigkeiten, dumme Scherze, sich begründen müssen, vor allem in der Art, wie man als doch einigermaßen vernünftiger und wahrhaftiger Mensch für diese Institution stehen kann (vor allem, wenn man selbst in einigen Punkten im offenen Dissens zu dieser steht - halte es nun eben eher in moralischen Fragen mit der autonomen Begründung moralischer Aussagen als mit der deontologischen).
Und in einer Zeit, in der Menschen ihre Lebenwirklichkeiten nun nicht mehr nur und auch nicht mal in erster Linie am Ort selbst sondern aus der massenmedialen Vermittlung vermittelt bekommen (was nun mal halt so ist), würde ich gerade von den Bischöfen und dem Papst wirklich hilfreiches Tun erwarten und nicht jene Hilflosigkeit zwischen abgenötigten Entschuldigungserklärungen und zu erwartenden verschriftlichten Ratzinger-Florilegien.
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Donnerstag, 18. März 2010
Öffentliche Kirchenbuße
Mir ist gerade ein Gedanke gekommen. Der Wagen ist schon so was von verfahren, dass eigentlich nur noch ein Akt die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche als Künderin der Frohen Botschaft retten könnte:
Öffentliche Buße der Täter - im Sinne der älteren Bußpraxis (noch vor der iroschottischen Einführung der Ohrenbeichte praktiziert): Eintritt in eine offizielle Bußzeit im Rahmen eines Bußgottesdienstes in der Kathedralkirche - Sprechen des Schuldbekenntnisses (kann ritualisiert sein - es geht jetzt wirklich nicht um Details - aber die Taten sollen als solche benannt werden, das Verbrechen an den Opfern, aber auch die Versündigung am Evangelium und dessen Verkündigung o.ä.) - Proklamation der Buße durch den Vorsteher der Liturgie; Hinausgeleiten der Pönitenten ... - und nicht vergessen: die Opfer gehören dazu eingeladen.
So oder ähnlich könnte ich mir eine Bußliturgie vorstellen, welche eine adäquate liturgisch-theologische Antwort sein könnte.
Der Rückgriff auf eine zugegebenermaßen alte und auch harte Bußpraxis entspricht IMHO am ehesten dem Schaden, der hier einerseits den Opfern und andererseits dem Evangelium angetan wurde. 1000 gemaßregelte Theologen hätten dem Evangelium und dem Glauben nicht so schaden können, wie die letztendlich doch überschaubare Anzahl der Täter - einer ist schon zu viel (in der Tat sind es ja im Verhältnis zum Rest des Klerus ja doch ein eher kleiner Anteil) - es jetzt tatsächlich getan haben.
Wie man mit vertuschenden Diözesanleitungen verfahren soll? Ich würde hier mal den Arbeitstitel "Rücktritt" in den Raum stellen: Klar und öffentlich das eigene Versagen benennen und dann die Leitung in bewährtere Hände legen (möglicherweise wäre es ein Akt der Weisheit, vor den römischen Ämtern Leute durchzubringen, die tatsächlich authentische Autoritäten im Glauben sind, die noch dazu die nötigen Führungsqualitäten und Rückhalt in den Diözesen haben - also Wagner Gerhard aus Windischgarsten und ähnliche Erscheinungen - nicht mal dran denken).
Öffentliche Buße der Täter - im Sinne der älteren Bußpraxis (noch vor der iroschottischen Einführung der Ohrenbeichte praktiziert): Eintritt in eine offizielle Bußzeit im Rahmen eines Bußgottesdienstes in der Kathedralkirche - Sprechen des Schuldbekenntnisses (kann ritualisiert sein - es geht jetzt wirklich nicht um Details - aber die Taten sollen als solche benannt werden, das Verbrechen an den Opfern, aber auch die Versündigung am Evangelium und dessen Verkündigung o.ä.) - Proklamation der Buße durch den Vorsteher der Liturgie; Hinausgeleiten der Pönitenten ... - und nicht vergessen: die Opfer gehören dazu eingeladen.
So oder ähnlich könnte ich mir eine Bußliturgie vorstellen, welche eine adäquate liturgisch-theologische Antwort sein könnte.
Der Rückgriff auf eine zugegebenermaßen alte und auch harte Bußpraxis entspricht IMHO am ehesten dem Schaden, der hier einerseits den Opfern und andererseits dem Evangelium angetan wurde. 1000 gemaßregelte Theologen hätten dem Evangelium und dem Glauben nicht so schaden können, wie die letztendlich doch überschaubare Anzahl der Täter - einer ist schon zu viel (in der Tat sind es ja im Verhältnis zum Rest des Klerus ja doch ein eher kleiner Anteil) - es jetzt tatsächlich getan haben.
Wie man mit vertuschenden Diözesanleitungen verfahren soll? Ich würde hier mal den Arbeitstitel "Rücktritt" in den Raum stellen: Klar und öffentlich das eigene Versagen benennen und dann die Leitung in bewährtere Hände legen (möglicherweise wäre es ein Akt der Weisheit, vor den römischen Ämtern Leute durchzubringen, die tatsächlich authentische Autoritäten im Glauben sind, die noch dazu die nötigen Führungsqualitäten und Rückhalt in den Diözesen haben - also Wagner Gerhard aus Windischgarsten und ähnliche Erscheinungen - nicht mal dran denken).
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