Montag, 14. September 2015

Völkerwanderung 2015???

Ich weiß - keiner möchte das so wahrnehmen - aber ich traue mich ungeschützt mal zu behaupten, dass wir am Anfang einer neuen Völkerwanderung sind. Ich schaue mir nur mal die Weltgeschichte mit ihren manigfaltigen Menschenwanderungen an und erkenne schlicht ähnliche Muster.

Schon unserer Urvorfahren - und ich denke hier mal nur an unsere eigene Menschenrasse: Homo Sapiens - ist aus Afrika eingewandert (und hat die letzte andere Menschenrasse, den Homo Neanderthaliensis verdrängt - abgesehen von jenen 4% in den Genen außerafrikanischer Menschen, die nachgewiesenermaßen als Spur von diesem vorhanden sind).

Die nächste kulturell bedeutende Völkerwanderung, waren jener Anteil unserer Vorfahren, die aus dem Gebiet der heutigen Türkei nach Europa gekommen sind, und die jungsteinzeitliche Revolution trugen (Ackerbau und Sesshaftigkeit) - und haben dabei die sammelnden und jagenden Menschengruppen verdrängt.

Dann fallen mir jene Gruppen ein, die sich später als Kelten kulturell darstellen werden. Die verdrängten die vorher in weiten Teilen Mitteleuropas anwesenden Illyrer (ob sie nicht auch jene Völkergruppen in Bewegung setzten, aus denen später das antike Griechenland hervorging?).

Und dann ab dem 2. Jrh. v. Chr. jene Völkergruppen aus Nordeuropa, die wir nachträglich als Germanen zusammenfassten - über Jahrhunderte strömten sie auf teils abenteuerlichen Wegen durch ganz Mittel-Süd- und Westeuropa bis teilweise nach Afrika.

Und ich bin mir sicher, dass die oben angeführten Wanderungen nur ein ganz kleiner Teil ist, was wirklich an Menschenwanderungen auf unserem Planeten stattfand (nicht zu vergessen, die Abermillionen Europäer und Afrikaner, die nach Amerika auswanderten - letztere eher verschleppt ....)

Eines ist allen diesen Wanderungsbewegungen gemein: Sie sind Antwort auf ökonomischen und sozialen Druck, teilweise Krieg u. ä. - und noch eines: Sie konnten nicht verhindert werden: nicht einmal von einem so organisiert-modernen, militärisch am Gipfel der damaligen Zeit stehenden Reich wie das Römische. Mauern und Zäune waren immer sinnlos und werden immer sinnlos bleiben. Entweder ist deren Unterhalt letztlich für den diese Betreibenden ruinös teuer, oder andernfalls lächerliche Folklore. In beiden Fällen aber über längere Zeiträume hinweg sinnlos.

Die einzige Möglichkeit, die Situation einigermaßen anständig zu bewältigen, ist, effektiv an den Fluchtgründen zu arbeiten (und das ist schlicht teuer) und anstehende Menschengruppen offensiv zu integrieren. Dabei kann es nicht in erster Linie um Assimilation gehen (dazu sind diese Gruppen sowieso zu groß) sondern um ein prozesshaftes Zusammenwachsen der "Alten" und der "Neuen". Auch das lehrt die Geschichte: Die Vorfahren der Ungarn waren eine zentralasiatisches Reitervolk, dass einerseits der Mehrheitsbevölkerung letztlich ihre Sprache aufgeprägt, aber, so weit ich weiß, kaum genetische Spuren hinterlassen hat.

Auch in uns mischen sich allerhand einerseits genetische, kulturelle und sprachliche Einflüsse - angefangen von Flur- und Ortsnamen die nicht mal indogermanischen Ursprungs sind bis zu den Grundzügen unseres Denkens (griechisch-jüdisch - so nebenbei über das islamische Spanien zu uns gekommen), unseres Rechts (römisch-germanisch) usw. usf.

Geschichte ist immer Bewegung - wir am beginnenden 21. Jrh. haben vielleicht die Chance auf Grund unseres Wissens, diese ohne Blutvergießen und Gewalt nicht nur mehr erdulden sondern vielmehr gestalten zu können.

Dazu bedarf es aber Herz, Hirn und Gutes tuender Hände.

Samstag, 23. März 2013

5.412.641,93 Euro ...

... muss Ex-Finanzminister Grasser Steuern nachzahlen. Mein Gott, wie gerne würde ICH diese Summe nachzahlen. Herr Ex-Minister - ich habe einen Vorschlag: Sie geben mir das Einkommen, von dem sie die Steuer nachzahlen - und ich zahle mit Begeisterung die Steuern, die Zinsen und von mir aus noch eine allfällige Finanzstrafe nach. Mit einem Schlag wäre zwei Leute ihre Probleme los (zumindest einen Teil): Sie das Problem, dem Fiskus etwas abgeben zu müssen (jenem Fiskus, dem sie selber Jahre lang vorstanden) und ich meine finanziellen Probleme. Und wissen sie was: für diesen Ratschlag will ich nicht mal Honorar .... *gggg*

Donnerstag, 14. März 2013

Habemus Papam!!!

Wir haben einen neuen Papst.
Der erste Eindruck, den ich von ihm hatte: Der Mann ist wirklich ein Mann des Kirchenvolkes - schon alleine die schlichten Worte (ich kann nicht Italienisch - aber irgendwie konnte ich auch unabhängig von der TV Übersetzung erkennen, was er sprach) am Balkon, mit denen er die Menschen begrüßte und um ein Gebet für den emeritierten Papst und im Anschluss für sich selbst bat - haben mich beeindruckt - und das will was bei mir heißen - so leicht beeindruckt mich nicht so schnell etwas oder jemand (auch keine kirchlichen Purpurträger bzw. auch Weißträger).
Bin jedenfalls gespannt, was von ihm ausgehen wird ...

Dienstag, 12. März 2013

Schüller ist exkommuniziert ...

... schreibt ein billiges Blättlein, das in die Pfarrhöfe ungefragt reingeflutet ist. Wow - sogar ein Kirchenrechtler hat das gesagt (Jg. 1928 - einschlägige Kirchengeschichte; kann man in einem Konflikt jedem vorwerfen); es geht hiebei um eine Exkommunikation gemäß § 1364 als Tatstrafe (wegen Missachtung der Unterordnung unter dem Papst).

Möchte da nicht weiter darauf eingehen - wenn aber die entsprechende Rechtsfigur gilt, dann machen sich alle Instanzen der Römisch Katholischen Kirche inkl. der Kurie mitschuldig weil sie gerade nicht die umgehende Entlassung aus dem Klerikerstand verfügen - und das nicht nur Schüller, sondern allen Unterzeichnern des entsprechenden Manisfestes - möglicherweise zieht eine dergestalte Duldung ja auch eine Exkommunikation als Tatstrafe nach sich ... das weiterzudenken macht richtig Spass.

Und das beste an der Sache ist, dass eine Suspendierung kirchenamtlicherseits die Verpflichtung zu einer entsprechenden Appanage des Suspendierten nicht aufhebt. Na ist das lustig

Im Ernst: Diese selbsternannten Retter/innen der Katholika sind massiv durchgeknallt - was wird nur passieren, wenn sich mit dem neuen Papst der Wind nur ein wenig dreht? Bin gespannt ...

Samstag, 9. März 2013

Die Zeit der "Messiasse" ...

  • Hugo Chavez soll einbalsamiert werden - sozusagen "in den Herzen Venezuelas ewig leben" - hm - durchgeknall?
  • In Österreich: Franz Strohsack (vlg. Frank Stronach) - mit 80 der Retter Niederösterreichs vor der Dikatur Erwin Prölls?
  • Erwin Pröll selber: auch eine Art Messias?
  • HG Strache: auch ein Messias - der Rächer der "Enterbten"?
wechseln wir zur Kirche:
  • Der Papst: wird da von einigen auch eine Art Messias erwartet
  • diverse "Gemeinschaftsgründer/innen" 
Geschichte:
  • Heute habe ich ein Feature über den Anschluss Österreichs gehört in Ö1 - Hitler hat man auch mal als Messias angesehen
  • in der jüngeren Geschichte Österreichs: "Die Sonne, die von (Kärntens) Himmel gefallen ist" - Jörg Haider - auch ein Messias
Verdammt noch mal!!! Was reitet Menschen, immer wieder allzu menschlichen Gestalten nachlaufen zu wollen, die ihnen das Gefühl geben, sie - wovon auch immer - retten zu können. Ist es wirklich eine Grundhaltung des Menschen in unseren möglicherweise schon beginnend "postdemokratischen" Gesellschaften, immer wieder jemand suchen bzw. anhimmeln zu müssen, der verspricht, die Welt möglichst einfach zu erklären (solange man nur nahezu 100%ig den entsprechenden Lehren folgt)

Manche scheinen wirklich ihr Hirn
  • auf dem Wahlzettel
  • am Weihwasserkessel
  • oder wo und wann auch immer 
abzugeben ....

Mittwoch, 6. März 2013

Lebendige Pfarrgemeinden...

... sind die Quelle einer Kirche, die Salz sein will in der Welt. Und im Gegensatz zu den üblich verdächtigen kirchlichen Purpurträgern, braucht es in unserer immer größeren und zu gleich kleiner werdenden Welt eine gar nicht so knappe Menge Salz, um Welt und Gesellschaft zu salzen (um im Bild des Evangeliums zu bleiben).

Der Purpurpastoralplan aber meint, sein Heil in den sogenannten Kleinen Geistlichen Gemeinschaften zu finden, Gruppen, denen ich mal unterstelle (wahrscheinlich bis zu einem gewissen Grad mag auch Vorurteil dabei sein):
  • selbstreferenziell zu sein - also es dringt von außen - fast - gar nichts hinein
  • kritisch vor allem gegen alle, die nicht auf deren Wellenlänge sind
  • immer in Gefahr, sich selbst zu überhöhen
  • gesellschaftlich von enden wollender Relevanz zu sein (weil im Besitz der Wahrheit sich wähnend eine Auseinandersetzung mit der Weltwirklichkeit nicht wirklich Ziel führen scheinen mag)
  • mehr oder weniger ausgrenzend und spirituell arrogant gegenüber jenen, die "ihrer Wahrheit" nicht 100% zustimmen bzw. diese als eine unter viele betrachten
Ich denke jedenfalls, dass Pfarrgemeinden jener Ort sein sollen, wo die getauften Katholiken/Katholikinnen/Christinnen/Christen spirituelle Begegnung finden sollen, ohne gleich mal hohe spirituelle Hochseilakrobaten sein zu müssen. Pfarrgemeinden vor allem auch Orte, wo auch jene Geborgenheit erfahren, die auch in ihrer derzeitigen Lebenssituation lieber "hinter den Säulen" sitzen möchten.

Ich sehe mich mal auf der Seite der zuletzt angesprochenen. Es gilt den Glauben in die Lebenswelten der Menschen hineinzutragen - so wichtig spezielle geistliche Angebote auch sein mögen - autenthisch muss der Glaube nicht in erster Linie in Bibelabenden und Gebetskreisen sondern im Alltag gelebt werden. Dazu ein Gebet der Theresa von Avila:

Herr der Töpfe und Pfannen - 
Theresa von Avila

Herr der Töpfe und Pfannen,
ich habe keine Zeit,
eine Heilige zu sein
und Dir zum Wohlgefallen
in der Nacht zu wachen,
auch kann ich nicht meditieren
in der Morgendämmerung
und im stürmischen Horizont.

Mache mich zu einer Heiligen,
indem ich Mahlzeiten zubereite
und Teller wasche.
Nimm an meine rauen Hände,
weil sie für Dich
rau geworden sind.
Kannst Du meinen Spüllappen
als einen Geigenbogen gelten lassen,
der himmlische Harmonie
hervorbringt auf einer Pfanne?
Sie ist so schwer zu reinigen
und ach, so abscheulich!

Hörst Du, lieber Herr,
die Musik, die ich meine?
Die Stunde des Gebetes ist vorbei,
bis ich mein Geschirr
vom Abendessen gespült habe,
und dann bin ich sehr müde.
Wenn mein Herz noch am Morgen
bei der Arbeit gesungen hat,
ist es am Abend schon längst
vor mir zu Bett gegangen.
Schenke mir, Herr,
Dein unermüdliches Herz,
dass es in mir arbeite statt des meinen.

Mein Morgengebet
habe ich in die Nacht gesprochen
zur Ehre Deines Namens.
Ich habe es im voraus gebetet
für die Arbeit des morgigen Tages,
die genau dieselbe sein wird
wie heute.
Herr der Töpfe und Pfannen,
bitte darf ich Dir
anstatt gewonnener Seelen
die Ermüdung anbieten,
die mich ankommt
beim Anblick von Kaffeesatz
und angebrannten Gemüsetöpfen?

Erinnere mich an alles,
was ich leicht vergesse;
nicht nur um Treppen zu sparen,
sondern, dass mein
vollendet gedeckter Tisch
ein Gebet werde.
Obgleich ich Martha-Hände habe,
hab' ich doch ein Maria-Gemüt,
und wenn ich die schwarzen Schuhe putze,
versuche ich, Herr,
Deine Sandalen zu finden.
Ich denke daran,
wie sie auf Erden gewandelt sind,
wenn ich den Boden schrubbe.

Herr, nimm meine Betrachtung an,
weil ich keine Zeit habe für mehr.
Herr, mache Dein Aschenbrödel
zu einer himmlischen Prinzessin;
erwärme die ganze Küche
mit Deiner Liebe
und erleuchte sie mit Deinem Frieden.
Vergib mir, dass ich mich absorge,
und hilf mir, dass mein Murren aufhört.
Herr, der Du das Frühstück am See
bereitest hast, vergib der Welt,
die da sagt: "Was kann denn
aus Nazareth Gutes kommen?"
Nicht das ich meine, alles und jedes schon erfasst zu haben - und ich wähne mich schon gar nicht, ein kontemplativer Mensch vom Zuschnitt einer Hl. Theresa zu sein - aber ich denke obiges Gebet einer durch und durch mysthisch Begabten hat doch etwas befreiendes ...

Dienstag, 5. März 2013

Wieder ein mal einen Erste Hilfe Kurs ...

... diesmal mit der 4. Klasse der Hauptschule Schönbach. Nachdem ich ja seit drei Jahren aus dem Schuldienst geschieden bin, finde ich die paar Vormittage mit den jungen Leuten sehr erfrischend. Irgendwie bin ich dankbar, dass es mir geschenkt ist, den jungen Menschen beibringen zu dürfen, wie sie Leben retten können.

6 Jahre und 5 Tage ist es her ....

... dass ich mit dem Rauchen aufgehört habe; im wahrsten Sinne des Wortes: "GOTT SEI DANK" ...

Montag, 4. März 2013

Geistliche Arroganz ...

... ist sicherlich die größte geistliche Versuchung jener, die meinen ganz in der Nähe Gottes zu stehen - quasi zu wissen, wo Gott wohnt und zu wissen, welche Weg der Richtige und vor allem welche Wege die falschen sind ...

Freitag, 1. März 2013

Salbadern -

- eine neue theologische Sprachform. Papst Benedikt XVI hat abgedankt und ist in Pension gegangen - recht so - er ist 85 und darf das. Was mich fasziniert (erschrecken oder verwundern tut mich ja nicht mehr so schnell was in meiner Mutter Kirche) ist die Art und Weise wie verschiedenorts mit dieser all zu menschlichen Entscheidung umgegangen wird - ok, die spätpubertären Respektlosigkeiten irgendwelcher selbsternannt kritischer Blättlein lass ich mal draußen vor - das spricht sowieso für sich.

Vielmehr fasziniert mich der Ton verschiedener "Fans" des Papstes. Abgesehen mal davon, dass der Papst Fans zu haben scheint - ich finde es äußerst befremdlich, wenn Menschen angesichts der Erklärung des Rücktritts eines alten, meinetwegen auch verdienten Mannes, "erschüttert" sind. Erschüttert bin ich normalerweise wenn ein Kind verstirbt, oder eine Mutter oder wer auch immer. Erschüttern tun mich Katastrophen, wenn ich in sie irgendwie involviert werde - und sei es nur durch einen gut gemachten Filmbeitrag - aber der selbst entschiedene Rücktritt eines Papstes kann mich wirklich nicht erschüttern - höchstens verblüffen (was ich auch war). Und dann legt die Salbaderei so richtig los - der größte Theologe - Und? Rahner, Metz und und und - waren das keine?

Und dann: Papst Benedikt schenkte uns: - was? Eine Enzyklika, ein Buch ... - verrückt geworden? Geschrieben hat er - sonst mal nix. Und was später daraus wird, wird die Geschichte zeigen und nicht das "Besalbadern" durch zweitklassige Doktores der Theologie, die sich durch übermäßiges Zitieren von Ratzinger in den letzten Jahren die Anerkennung von Purpurträgern erwirtschaftet haben.

Und die immer häufiger anzutreffende Argumentationfigur "argumentum ex auctoritate" - was soll das? Entweder es ist etwas wahr - und dann kann's auch die Wettitant und der Huberfranzl verkünden - oder etwas ist nicht wahr, dann hilft auch nicht, ob's der Papst oder eine andere Autorität verkündet (wobei nicht gesagt sein will, dass der Papst unwahres gesagt hätte - aber vielleicht war so manches nicht ganz ohne persönliches Interesse - wo ein solches unter Verweis auf die päpstliche Autorität in Abrede gestellt wurde - zumindest mal von Seiten der üblich verdächtigen Rezipienten - in Österreich konzentrieren die sich auf eine theologische Lehranstalt inmitten des Wienerwaldes).

Ich kann mich noch erinnern, als wäre es erst voriges Jahr geschehen. Während meiner Ausbildung - damals noch im Wiener Priesterseminar - hatten wir sogenannte Hausstunden mit unserem zuständigen Jahrgangsbetreuer - damals Petrus Bsteh - ein wirklich brillianter theologischer Geist. In Hausstunden fand durch ihn gewissermaßen eine pointierte Synthese der Theologie statt - war immer sehr spannend und sorgte für Gesprächstoff. Eines Tages formulierte er - 1987! - dass Ratzinger hoffentlich nie Papst werden würde. Auf die Frage warum unsererseits, antwortete er (ich hoffe ihn sinngemäß richtig wiederzugeben), dass es nicht gut sei, dass ein schulbildender Theologe lehramtlich den ersten Platz einnimmt, weil sich damit seine Theologie quasi automatisch dem kritischen Diskurs entziehe. Und was ist geschehen: Es wird nachgebetet und Ratzinger (vor allem der späte und das auch gerne in von Interesse geleiteter Auswahl) zum Maßstab von Fundamentaltheologie und Dogmatik gemacht - und ja, sogar von der Exegese (wo seine Expertise eine eher enden wollende ist - nach objektiven Maßstäben - ach so, ganz vergessen - objektiv ist, was seine Claqueure als objektiv erklären ...).

Jedenfalls meine ich, dass Benedikt mit seinem Rücktritt wahrscheinlich den theologisch bedeutensten Schritt gesetzt hat - das Papstamt wieder auf eine menschliche Ebene geholt zu haben - möglicherweise ein weises Korrektiv zu "Pastor aeternus" von Vat I - jedenfalls haben vor allem Dogmatiker jetzt mal was zu verdauen ...

Und ja - ich bin neugierig, was der neue Papst bringen wird. Just wait and look ...

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Dies und das ...

Gerade auf dieser Plattform mag ich als gewohnheitsmäßiger Kirchenquerulant und ewiger Pessimist erscheinen - aber das liegt möglicherweise daran, dass ich ein bestimmtes Publikum mir vorstelle, das sich geradezu mit Hingabe daran verbeißt (die Lesermeinungen sind so was berechenbar und nicht unbeabsichtigter Teil des ganzen Geschehens - so nach dem Motto: quod erat demonstrandum); aber wer mich im wirklichen Leben kennt, lernt einen etwas umfassenderen Menschen kennen (ich denke auch, dass ich wahrscheinlich auch ganz gut mich bei einem Bier mit den Leserbriefschreibern verstehen würde ...). Aber nun mal ganz was anderes:

Am Stefanitag haben wieder "meine" ehemaligen Ministranten Dienst am Altar versehen. Es waren 12 da - der Jüngste 17 aber die anderen alle älter. Es war so richtig eine Freude - ich denke nicht nur für mich, sondern auch für alle Mitfeiernden. Schon die Tatsache, dass mit diesen Ministranten die Leute getrost ein Haus planen und bauen könnten (nur Zimmerer und Installateur waren diesmal nicht dabei) - 1 Baumeister, 2 angehende Bauingenieurinnen , 1 Elektriker, 1 Säger und dann noch 1 Computertechniker, 1 angehender und ein fertiger Maschinenbauingenieur, 1 ausgebildete Grafikerin (und nun Lehramtsstudentin), 1 angehende Krankenpflegerin und last but not least 1 KFZ-Mechanikermeister ... - schlicht und ergreifend stolz, mit diesen Frauen und Männern am Altar gestanden zu sein.

Und dazu der Kirchenchor - einmalig disponiert an diesem Tag, fein gesungen, an der Orgel auch eine ehemalige Schülerin von mir ...

Solche Tage lassen mich hochleben und hin und wieder vergessen, was alles nicht so läuft wie ich es gern sehen würde ...

Dienstag, 27. Dezember 2011

Ich bin müde ...

Da reden unsere Bischöfe von Reform und was weiß ich noch, versuchen einem einzureden, welche wunderbare neuen Zeiten des entschiedenen Christen heraufdämmern, wenn nur halt diese Volkskirche gesundgeschrumpft ist - aber wer soll diese Reform (die ja nichts anderes ist, als das allseits bei Hinaufgefallenen so beliebte "Neudefinieren" von Problemen) denn tragen? Ich sag's gleich: ICH nicht - und wahrscheinlich auch 80% jener nicht, die nicht nur dafür sorgen, dass ich und mein/e Mitarbeiter/in uns am Morgen täglich Butter auf's Brot schmieren können, sondern auch den Bischöfen ihren  Haushalt und ihren bürokratischer Apparat am Laufen halten.
Ich habe aber den Vorteil, dass ich zwei Hände habe, die noch bereit sind, auch mal eine Schaufel oder etwas anderes in die Hand zu nehmen ... also letztlich bin ich nicht abhängig ...

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Mehr Europa bitte!!!!

Auch wenn es vielen nicht gefällt - aber das einzige Mittel um einerseits die aktuelle Krise zu bewältigen und andererseits die europäische Integration zu verstärken ist die eher rasche Übergabe nicht weniger Agenden an das Europäische Parlament und der Europäischen Kommission als Regierung - der Rat darf von mir aus getrost als zweite Kammer bestehen bleiben - vielleicht mit einer Art Vetorecht mit aufschiebender Wirkung analog zum österreichischen Bundesrat (ach so, der sollte ja verschwinden ... uups)... Und warum?
Na wenn ich mir die Debattenkultur in Parlament und Landtagen so ansehe, dann kommt mir irgendwie das Grausen - seit es ORF 3 gibt, kann man sich ja von Zeit zu Zeit auch in tiefster Provinz das zweifelhafte Vergnügen von Plenarsitzungen antun - ich sag es mal so: man braucht schon einen robusten Magen, damit man nicht gleich ... sie wissen schon ...
Ich denke mit Freude an die Stunde Begegnung mit österreichischen EU-Parlamentariern zurück, die ich im Oktober hatte. Lunatschek und Karas haben diese Begegnung gemeinsam gestaltet (ja gut, Karas hat am Anfang a bisserl viel geredet ... - aber im Wesentlich blieben beide sachlich). Was mich fasziniert hat, war die Art und Weise, wie beide miteinander umgegangen sind - stellt Euch vor, die sprachen einander mit dem Vornamen an! Und die Dinge wurden viel tiefer und breiter und vor allem auch durchaus quer zu manchen landläufig unterstellten politischen Positionen betrachtet ... Keine stumpfsinnigen Stehsätze und von Spindoktoren zurechtgebastelte Schlagworte, die mit Bestemm in jeder Situation in den Raum gestellt werden, wie es unsere Politiker zu tun pflegen...

Umfragehoch für Cameron nach seiner Fundamentalopposition in Brüssel

Weit weg davon, die kürzlich erfolgten Beschlüsse in Brüssel in den Himmel zu heben (waren mir viel zu halbherzig - besonders im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Europäischen Projektes), erschreckt mich immer wieder, dass die Nationalisten in Europa - zumindest in den veröffentlichten Meinungsumfragen - die Nase vorn zu haben scheinen. Und da spielt Cameron in einer ähnlichen Liga wie Strache und Konsorten. Ich sehe schon wieder eine Zeit heraufdämmern, in der Scharen von jungen Männern, angesteckt von einem Hurra-Patriotismus, bereit sind, es den bösen Nachbarn zu zeigen.
Und sagt ja nicht, dass dies nicht möglich sei: In den späten 80ern sind im ehemaligen Jugoslawien auch jene Menschen beim Nachbarn grillen gewesen, den sie dann in den frühen 90er im besseren Falle aus dem Haus gejagt, im schlimmeren ermordet haben. Es geht wirklich schnell, wie es gerade unsere europäische Geschichte lehrt, dass Heere sich wieder säbelrasselnd gegenüberstehen, gerade wenn man sich vom jeweils anderen wie auch immer übervorteilt fühlt.

Freitag, 11. November 2011

Warum ich das Bildungsvolksbegehren nicht unterzeichnet habe ...

... Komplexe und differenzierte Sachverhalte monocausal erklären zu wollen und dann auf dieser Basis 08/15 Maßnahmen als Lösung für alles und jedes anbieten zu wollen - ich kann das nicht unterschreiben. Und wenn ich die allenthalb im www herumgeisternden Kommentare überfliege, fühle ich mich bestätigt, dieses Volksbegehren nicht unterschrieben zu haben, obwohl so manches mir möglicherweise bedenkenswert erschiene - so viel Banalität, Phrasendrescherei auch von Seiten jener, die sich als Gegner bezeichnen....

Das mediale Trommelfeuer, das ständige Wiederholen und Insistieren auf immer mehr zu Worthülsen und Schlagworten verkommender Maßnahmen schürte in mir den Verdacht, dass hier eher der Profilierungssucht einiger weniger Genüge getan wurde und es letztlich - wenn auch immer vorgeschoben - es nicht um die Menschen in der Schule ging und schon gar nicht um Bildung. Andernfalls hätten sich die Proponenten in ihrer von ihnen immer wieder behaupteten Expertise auch mal in die tiefe Provinz begeben müssen, um uns Leuten draußen deutlich zu machen, was denn so schlecht sei und wie sich das Volksbegehren auf uns und unsere Kinder auswirken würde ... Ich habe z.B. den - denke ich nicht unbegründeten - Verdacht, dass es den vielen kleinen Hauptschulen in entlegenen Regionen, die mit Abwanderung zu kämpfen haben, ernsthaft an den Kragen ginge (mit allen Folgen für die Bevölkerung: Verlust des Schulstandortes, der Attraktivität als Wohnstandort u.ä.) - und welcher Idiot unterschreibt sozusagen sein Todesurteil selbst? Dann wäre ich tatsächlich ein Idiot (oder soll ich Cityot schreiben - mein Gott liebe ich dieses Wort). Im Übrigen kommen aus unserer Hauptschule eine Reihe hervorragender Akademiker/innen, Facharbeiter/innen, Lehrerinnen, Krankenpflegerinnen usw. - und in den letzten Jahren landete meines Wissens keine/r unserer Absolvent/inn/en sozusagen in der Gosse - alle stellen ihre/n Frau/Mann in der Gesellschaft. Stimmt vielleicht andernorts in unserem Land die Gesellschaft nicht - könnte man ja auch mal fragen;aber wie hat es ein guter Freund von mir mal formuliert.:
Der beste Weg, seine Probleme nicht loszuwerden und in ihnen verhaftet zu bleiben ist, alle anderen dafür verantwortlich zu machen

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Ich steh' dazu ...

... intellektuell und spirituell an so viele nicht heranzureichen, die schon alles zu haben scheinen (an Intellekt und Glaubens(ge)wiss(heit)en) - aber dieser Artikel hat mir schon gefallen:
Auch eine Bilanz des Papstbesuchs in Deutschland (Zugleich eine indirekte Antwort auf die freundliche "Bilanz"" von Otto Kallscheuer) - von Rudolf Langthaler, Wien
(bin gespannt, ob da auch so schnell Kommentare kommen - wäre beeindruckt von der intellektuellen Potenz der Kommentatoren)

Schon wieder so ein "Genetivjahr" ...

... Jetzt haben wir ein Jahr des Glaubens - freue mich schon auf das Übliche: Große Reden, diverse bemühte bischöfliche Erklärungen, meist nur von Rom vorgeschriebenes halbherzig nacherzählend, Monsterveranstaltungen zur Selbstvergewisserung der immer Selben, ätzende Postings meinerseits *ggg*, die Kommentare werden auch wieder sehr berechenbar sein ...
Also: Business as usual - und irgendwann schreiben wir das Jahr 2014 und das nächste Genetivjahr wird ausgerufen (mit dem selben Effekt) ...
So lange wir in der Kirche mit dem Wie so intensiv beschäftigt sind, werden wir nur schwerlich an das herankommen, was wirklich Glaube meint - nämlich das ganz unprätentiöse Herantasten an jene Wirklichkeit, die unser ganzes Leben zu tragen vermag, die, wenn wir sie in unser Leben reinlassen, unser ganzes Leben durchwirkt, die in Jesus Christus voll und ganz Mensch geworden, uns im Hl. Geist zu einer neuen Wirklichkeit verbindet (Leib Christi ..., Volk Gottes ... - alles Sprachbilder für eine Wirklichkeit die wir letztlich nicht fassen, in die wir aber wohl eintauchen können) ....

Montag, 10. Oktober 2011

Wow - wieder eine Sensation ...

... berichtet der ORF hier: Platz drei in Polen: Antiklerikale Partei sorgt für Sensation - Was ist denn da eine Sensation?
Provokante Politclowns ohne Anflug irgendwelcher konstruktiver Ideen haben wir in unserem Land ja auch; bei uns heißen die FPÖ und der Oberpolitkasperle ist der Strache

Freitag, 30. September 2011

Unruhen in Bulgarien...

 ... lese ich hier. Ich lese, dass es in Europa 12 Millionen Roma gibt. Mehr als Österreicher und sicherlich mehr als Luxemburger - ja und da gibt es noch Andorra, San Marino und und und. Wie wäre es, den Roma und Sinti eine eigene europäische Bürgerschaft zukommen zu lassen, eine Art Bürgerschaft der Nicht-Sesshaften - mit eigener anerkannter Vertretung, mit noch zu verhandelnden Rechten und Pflichten. Dann würde eine etwaige (halb)nomadische Lebensform (ich weiß schon, dass diese es kaum mehr gibt - aber entspricht diese Tatsache nicht eher einer mehr oder weniger offen gewalttätiger Zwangsassimilation ...) möglicherweise wieder zu einem Erbe der europäischen Kultur werden...

Ich denke dazu an die Geschichte Israels in der Bronzezeit - diese halbnomadischen Gruppen bewegten sich auch am Rand der sesshaften Zivilisationen - sicher nicht immer friktionsfrei - aber doch auf Augenhöhe mit den selben.

Könnte nicht gerade das Projekt der europäischen Integration, welches ja gerade nicht versuchen will, jede Kultur in eine Art Einheitsbrei einzudampfen, auch den Roma und Sinti ermöglichen innerhalb der europäischen Staaten zu einer eigenen Struktur zu kommen? ...